Sonntag, 1. Januar 2017

Willkommen 2017 - Ein Jahresrückblick

Jetzt war es heute um Mitternacht also wieder einmal soweit. Die Feuerwerksraketen läuteten mit lautem Krachen das neue Jahr ein. So wirklich gekracht hat am morgen danach aber eigentlich nur mein Kopf. Denn zum ersten mal habe ich an Silvester getrunken und eigentlich kaum etwas von dem Spektakel mitbekommen. Um ein wenig weiter auszuholen muss gesagt werden, dass ich dieses Jahr bis zu meinem Abi-Ball überhaupt nicht getrunken hatte. Paradox. Und jetzt trinke ich und das nicht einmal so selten. Diese neu gelernten Angewohnheiten sollte ich dann doch nochmal für meine Vorsätze 2017 überdenken. Da wären wir dann auch schon beim Punkt. Mein Vorsatz war es mir keine Vorsätze zu erschaffen. Keine Illusionen und Lichtgestalten heraufzubeschwören, bei deren Versagen ich mich schlecht fühle und an mir zweifle, obwohl schon von Anfang an klar war, sie nicht einhalten zu können und sich einem Wunschtraum hinzugeben.

Doch jetzt ertappe ich mich, wie ich mir doch den ein oder anderen Vorsatz erschaffe. Auf YouTube möchte ich gerne konstant Videos produzieren, produktiv möchte ich sein in Angesicht der ganzen auf mich zukommenden Arbeit im nächsten Jahr. - So viel kann ich schon einmal sagen, es wird stressig. Sport möchte ich machen. Durch mein Schauspielstudium mache ich an sich schon viel Sport. Aber es soll mehr sein. Immer mehr. Von allem. Ist das nicht immer so?

Das wir nicht mit dem zufrieden sind, was wir gerade haben, sondern immer weiter hinaus wollen? Ansicht ist das auch nicht schlecht, aber es ist ermüdend. Ermüdend für Körper und für den Geist. Wie schön wäre es sich einfach mal ausruhen zu können. An einer Stelle seines Lebens zu verharren und dort stehen zu bleiben, in dem Wissen, dass sich nichts mehr verändert. Ihr meint jetzt vielleicht das hört sich langweilig an. Für mich klingt es wie Melodie. Eine bereits vergessene, die nicht mehr gespielt werden kann, weil niemand sie mehr beherrscht. Stehen bleiben. An einer Stelle. Mit dem was man hat. Die Menschen um sich, die man liebt.

Aber so funktioniert das Leben nicht. Das Leben schenkt uns nichts außer den Tod. Und so müssen wir weitergehen. Immer weiter. Wenn wir stehen blieben, holte uns das Leben ein. Nimmt uns alles.

Ich blicke auf ein Jahr der Veränderung zurück. Ein Jahr, dass mir vieles genommen und neue Möglichkeiten geschenkt hat. Besonders gestern, als ich die anderen gesehen habe merkte ich, dass es mir die besten Freunde genommen hat, die ich mir nur vorstellen kann. Natürlich bleiben wir Freunde, natürlich sehen wir uns noch. Feiern zusammen Silvester. Aber es war kein normales Treffen. Es war ein schwelgen in Nostalgie, die so gefährlich ist. Denn wenn wir in sie fallen und uns verleiten lassen, sie Aufsaugen und uns in sie verlieben, dann nimmt sie uns die Zukunft und den so sehr benötigten Wandel. Nach dem Abi haben wir uns viel getroffen, viel gemacht. Wie hingen zusammen, wie Kletten. Und alle waren wir unruhig. Denn, wie wir an einem lauen Sommerabend auf einer Wiese feststellten, hatten wir Angst vor dem Neuen, dem Unbekannten.

Meine wohl größte Entscheidung habe ich dieses Jahr getroffen. Nach Berlin bin ich. Nicht wie vorher geplant nach Würzburg um Lehramt zu studieren. Ich mache jetzt Schauspiel. Wenn man das so überhaupt sagen kann, denn wo das alles hinführt weiß ich noch nicht. Stellt euch vor ihr studiert Philosophie. So muss man sich Schauspiel vorstellen, mit diesen Aussichten und.. noch viel schlimmer. Besonders dann, wenn man an einer privaten Schule studiert, wie es mein derzeitiger Stand ist. Manchmal schaue ich schon auf die damaligen Entscheidungen vor ein paar Monaten zurück. Hätte damals in Würzbug den Platz bei der musikalischen "Burschenschaft" bekommen, wäre ich heute nicht in Berlin. Andererseits gab es gut Gründe die mich zu dieser Entscheidung motiviert haben und dich ich mir immer vor Augen halte. Ich kann das machen, was ich liebe. Ich kann mir versuchen in dem Bereich etwas aufzubauen, der mich glücklich macht. Auch, wenn ich durch die Ausbildung die Schattenseiten des Schauspieltums kennenlerne.

Mein Abi stand damals ziemlich auf der Kippe, weil mir andere Dinge wichtiger waren. Mich interessierte es nicht wie ich eine Sinus-Kurve Ableiten kann und wahrscheinlich wollte ich es auch nur bedingt lernen. Weil ich musste. Wunderschön sind die Erinnerungen an meine Zeit am Schultheater. Als ich bei unserer letzten Vorstellung verlauten ließ, dass wir alles es hier vermissen werden, nicht mehr spielen zu können und im Namen meiner Gruppe sprach. Die Lehrer fragten sich einfach. "Ob Florian sein Abi schafft, mal schauen".

Aber ich habe es zuletzt gepackt und kann im Nachhinein sagen, dass es im Vergleich zur jetzigen Schwere des Lebens, meine bislang schönste Zeit war die ich verbringen durfte. Ich könnte jetzt also in meinem Jahresrückblick noch weiter auf die wunderschönen Zeiten zurückblicken, oder mir die Erinnerungen und den Geruch jeder Momente und Erlebnisse beibehalten um sie mit in das neue Jahr aufzunehmen und daran zu arbeiten, mir genau das, oder ähnliches, von Grund auf neu mit ein wenig Erfahrung aufzubauen.

Und damit wünsche ich euch einen guten Anfang ins neue Jahr. Und wie wir es bei Rogue One wieder hören durften: Hoffnung.

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