Dienstag, 10. Januar 2017

Das Buch der Erkenntnis #2 - Ein Schauspiel Ausbildungstagebuch

Ihr Lieben,
obwohl ich nicht jeden Tag in mein Ausbildungstagebuch schreiben möchte und werde, was jedoch den Anschein vermitteln könnte, möchte ich das hier noch einmal hervorheben. Heute nehme ich mir wieder die Zeit um euch von meiner Ausbildung zu berichten. Vielleicht interessiert es ja den ein anderen.

Den nicht interessierten kann ich sagen, dass in den nächsten paar Tagen, der nächsten Woche eine neue Geschichte folgen wird. Sollte ich sie zu Ende schreiben. Bis dahin, alles Gute.


Grundlagen Schauspiel

Heute hatten wir das Unterrichtsfach "Grundlagen Schauspiel", diesmal ist es etwas einfacher zu verstehen und auch zu erklären. In Grundlagen Schauspiel lernen wir keine Texte, oder inszenieren Stücke, wir lernen die Essenz des Schauspiels (wenn man das so sagen kann).

Dieses Fach belegen wir nur im ersten Semester. In den Folgenden Semestern werden wir in verschiedenen Szenenstudien zusammenarbeiten um kleinere Theaterstücke und Szene aus Stücken vorzubereiten und mit Text an unserem Handwerk feilen. 

Ablauf von GK

Zu Beginn, zumindest wenn es noch keinen körperlichen Unterricht in den vorherigen Stunden gab, wärmen wir uns zusammen auf. Meist mit Dehnübungen und kleineren Spielen. Viel mit Schauspiel hat das zugegebenerweise nicht zu tun. Manchmal imaginiert man ein Element, was einen spielerischen Effekt hervorbringen kann. Danach bewegen wir uns im Raum und machen verschiedene Konzentration und Vorstellungsübungen. Nach der Pause in den anderen 1,5 Stunden, setzen 

Der dunkle Wald

Heute mussten wir mit geschlossenen Raum vom Anfang bis zum Ende des Raums laufen. Wir bewegten uns durch einen dunkeln Wald. Die anderen Mitstudenten stellten sich dabei wie Bäume in den Weg. Ziel war es den "Wald" zu durchqueren und weniger als drei mal die anderen zu berührteren. Man musste sich also langsam voran tasten und versucht durch Körperwärme, Atem, Geräusche und ein Gefühl sich durch diese Personen zu schlängeln.

Zwei Dinge werdet ihr euch jetzt vielleicht schreiben: Was hat das mit Schauspiel zu tun? Wie soll das funktionieren? Die Fragen sind berechtigt. Mit Schauspiel hat es in sofern etwas zu tun, dass man in absoluter Konzentration arbeiten muss und ein Gespür für seine Umgebung entwickelt. Für den Schauspieler ist es wichtig auf der Bühne einen "rundum" Blick zu haben. Zupft sich gerade jemand nervös an der Jacke, steht jemand genervt mit verschränkten Armen an der Seite, kaum sichtbar für den Schauspieler? All diese Eindrücke können, einmal für das Spiel gewonnen, aufgegriffen werden um weitere Aktionen daraus resultieren zu lassen.

Für mich war es eine sehr interessante und neue Erfahrung. Man ist in absoluter Konzentration und da man nichts sehen kann, verlässt man sich viel mehr auf seinen Hörsinn. Auch Sinneseindrücke wie Licht und Dunkelheit werden wichtig für die Orientierung. Am Ende bin ich vier mal (gut ich hätte es nicht durch den Wald geschafft) an Personen gestoßen. Jedoch war mein Weg nicht leicht und es hat im groben gut funktioniert. Unser Schauspiellehrer sagte, es sehe so aus, als würde ich obwohl ich nicht sehen kann trotzdem meinen Kopf so bewegen, als würde ich sehen können. Und nein, ich habe nicht geschummelt! Zudem habe ich mir sehr viel Zeit bei den einzelnen Personen gelassen. Was manchmal mehr, oder weniger positiv war, da es mehr Verwirrung in einem stiftet.

Die zwei Suchenden

Zwei Personen wurden vor die Tür gebeten. Der Dozent versteckte eine Münze irgendwo im Rau, für die anderen auf den Stühlen sitzenden, sichtbar. Außen wurde einer Person gesagt wo die Münze liegt, die andere wusste es nicht. Die im Zimmer übrig gebliebenen mussten herausfinden, wer wirklich nach der Münze sucht und wer nur vorgibt zu suchen, da er ja bereits wusste wo sie versteckt ist.

Diese Übung hilft um die Wahrnehmung zu schulen und gewohnte, oder vom normalen Suchverhalten einer Person abweichende Verhaltensmuster zu entdecken. Auch ist die Aufgabe nützlich für die Suchenden und die Beobachter um zu sehen, wie man sich am Besten realistisch in einer solchen Situation verhalten kann.

Ich selbst scheine die Aufgabe nicht gut gelöst zu haben. Alle bemerkten sofort, dass ich nicht der Suchende, sondern der über die Münze bescheid Wissende war. Das war jedoch bei fast allen Schülern gleich und kaum jemand wurde falsch zugeordnet. Besonders dadurch, dass wir uns schon länger kennen ist es für uns einfacher die Personen zuzuordnen. Auch ein Grund ist, dass unsere Wahrnehmung schon etwas geschult ist und wir auf Kleinigkeiten besonders acht geben. 

Beispielsweise hat eine Mitstudenten gleich zu Anfang einen Blick auf den Ort der Münze geworfen. Auch wenn das nur beim hereinkommen unbeabsichtigt war und man es kaum merkte, konnte man sie so identifizieren. Zudem hat der suchende Part unachtsam an dem Ort etwas verstellt, an dem die Münze versteckt war. Da hätte sie nicht gemacht, wenn sie gewusst hätte, das die Münze dort gelegen hätte.


So, das war es mit dem heutigen Tagebucheintrag. Ich habe mich jetzt dafür entschieden, das eigene Label "Schauspieltagebuch" zu verwenden, weil die Einträge zu lange sind um sie andauernd bei allen anderen Suchbegriffen unter Schauspiel aufzurufen und man sonst nichts anderes mehr findet. Ob ich sie von der Startseite entfernen werde, bezweifle ich. 

Übrigens können einige Rechtschreibfehler in dem Text vorhanden sein. Ich muss ehrlich sagen mir nicht die Zeit zu nehmen um alles auf Richtigkeit zu überprüfen. Übrigens muss ich jetzt noch meine Wäsche aufhängen.. 

Liebe Grüße,
Flo


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