Montag, 9. Januar 2017

Das Buch der Erkenntnis #1 - Ein Schauspiel Ausbildungstagebuch

Hey Leute,

heute mit einer neuen Rubrik. Unser ASB-Lehrer (Atem-Stimme Bewegung), meinte, dass wir all unsere Erfolge, Misserfolge und Übungen, eben das, was wir in seiner Stunde gelernt haben, doch notieren sollten. Wenn man etwas aufschreibt, sich bei dem Prozess des Schreibens also noch einmal damit intensiv befasst um seine Gedanken in ein Wörterkorsett zu pressen, vertieft man noch einmal die praktische Übung. Das gibt Sinn. Das Problem: Der Unterricht ist abstrakt, wie abstrakt werdet ihr gleich erfahren.

Was ist Atem-Stimme-Bewebung und was ist eigentlich Schauspiel?

Was muss man sich unter ASB eigentlich vorstellen? Für die meisten Menschen ist es schon schwer die Erklärung und Definition von Schauspiel zu verstehen. Zu künstlerisch, zu wenig greifbar und abgehoben scheint dieses Handwerk, und die sich in diesem Handwerk befindenden Menschen.

ASB befasst sich, wie der Name schon sagt, mit der Verbindung aus Atem, Stimme und Bewegung. Alle drei Komponenten stehen nicht alleine. Sie sind vernetzt. Ein Beispiel.: Wenn ich nach einer Vorlesung in der Uni in Physik aufstehe, fühlen sich meine Muskeln schlapp an, mein Körper schlief zwei Stunden in einer verharrenden Stellung. Wenn ich mich jetzt Strecke, ist es eine Befreiende Bewegung. Ich fühle mich danach munter und vital. Doch die Streckung alleine ist ja nur die Aktion, die eine Kette von weiteren Mechanismen. Ich atme tief ein. Belebe meine Lunge und tanke Sauerstoff, damit mein Blutkreislauf mit genug Energie versorgt wird. Diese Arbeitsabläufe hängen zusammen, sie sind nicht getrennt.

So muss man sich ASB vorstellen. Wir lernen, wie man die Stimme nutzt. Doch um dies zu lernen muss man begreifen, das die Stimme ganzkörperlich mit der Atmung und die Atmung mit der Bewegung Zusammenhängt. Das heißt wir probieren aus. Wir probieren also aus, alle verschiedenen Komponenten zu verwenden, mit einem Ziel: Irgendwann möchten wir mit unserer Gestik, unserer Sprache, Menschen bewegen und Emotionen bei den Zuschauern hervorholen.

Doch wie geht man da jetzt am Besten ran? Fängt man an zu Sprechen, lernt man Texte auswendig und übt sie mit dem Lehrer, bis man sie perfekt spricht, wie es die Leute von Schauspielstudenten immer erwarten? Jein. Besser gesagt, später.

Um all das zu erlernen müssen wir erst unseren Körper und unsere Stimme wahrnehmen. Im normalen Alltag beschäftigt man sich kaum damit, wie man spricht, wie man seine Stimme verwendet und welche Haltung man einem Menschen gegenüber einnimmt. Man merkt es erst wie wichtig die eigene Stimme ist, wenn man nicht sprechen kann, wenn man krank ist, oder eine Nacht durchgefeiert hat und keinen Ton mehr herausbekommt.

Durch meine Arbeit beschäftige ich mich sehr stark mit der Stimmbildung. Wie ein Ton an Resonanz gewinnt, wie er in einem Menschen etwas bewirkt und nicht ein leerer Hauch bleibt. Wir lernen also unseren Körper kennen.

Stimme ist Bewegung

Vielleicht noch besser Ausgedrückt: Stimme ist im allgegenwärtigen Fluss. Um eine schöne, starke und durch den Körper leitende Stimme zu haben muss sie "geschmeidig" sein, die Bewegungen daran  angeglichen werden. Der Schauspieler muss sich wahrnehmen, das heißt auch sein Gewicht wahr zu nehmen. Einerseits durch die schwere jedes Körperteils, das einen nach unten zieht. Andererseits jedoch auch durch den Willen und die Leichtigkeit zur Aufrichtung. Stimme zu generieren heißt ein ständiger Balanceakt und ständige Aufmerksamkeit für die eigene Bewegung. Denn diese Bewegung erst erzeugt den Ton.

Was ich heute herausgefunden habe

Jetzt kommen private Erlebnisse im Unterricht, die vielleicht nicht ganz nachvollziehbar und zeitlich korrekt erzählt sein können.

Wie oftmals war ich am Anfang des ASB-Unterrichts etwas demotiviert. Es fällt mir schwer mich in dieser großen Gruppe bei diesem Training fallen lassen zu können, auch weil der Lehrer eine gewisse Art an sich hat, die es einem besonders in den ersten paar Minuten nicht leicht macht. Dennoch ist er toll! Man kann super viel lernen und er versucht jedoch zu zeigen, was er meint. Auch, wenn er sich oft sehr abstrakt und kaum greifbar ausdrückt.

Wie die letzten Male hatte ich Probleme dabei, meinen Nacken bei einer Lösung (Info: Spannung - Lösung) komplett mit dem Körper führen zu können, sondern knickte ein. Das macht es im folgenden Verlauf schlecht möglich, klare und durch den Körper geleitete Töne zu erzeugen.

Die allgemeine Ausrichtung war besser als bei der Stunde davor. Ich hatte eine geradere und gespannter, jedoch nicht zu sehr angespannte Körperhaltung inne. Die habe ich bei der vorherigen Stunde bereits begriffen und konnte es wieder passabel, wenn auch mit kleineren Fehlern einsetzen.


So, das soll es erstmal für heute mit meinem ASB-Ausbildungstagebuch gewesen sein. Ich hoffe es hat mir ein wenig geholfen. Wenn ich dadurch auch gleich noch einen Blogeintrag habe und vielleicht dem ein, oder anderen die Schauspielerei näher bringen konnte, habe ich gleich zwei Klappe mit einer.. Nein der Spruch ging anders.

Liebe Grüße,
Flo

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