Montag, 28. November 2016

Bedingungslose Liebe

Hallo ihr Lieben,

es ist mal wieder Zeit etwas niederzuschreiben über das ich gerade ein wenig nachdenke. Einen Monat wohne ich jetzt in dieser neuen Stadt - Berlin. Ein Traum und Fluch zugleich. Es ist alles verfügbar, alles schnell erreichbar. Um es zu erreichen muss man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln hin und her sausen. Ich habe das Gefühl an einem Tag mehr mit der Bahn unterwegs zu sein, als überhaupt etwas zu machen. Und dabei sei gesagt: Ich wohne in Prenzlauer-Berg.

Ich bin seit kurzem wieder in einer Partnerschaft - einer wunderschönen Partnerschaft gleich vorneweg. Er ist toll. Das ist schon manchmal alles ziemlich komisch. Da erwartet man nicht, dass man jemanden findet und zack, ist man in einer Beziehung. Neue Stadt, neue Liebe. Aber das mit der Liebe ist so ein Ding für sich. Man sagt es oft so schnell: "Ich liebe dich", und einmal ausgesprochen, kann man es nicht zurücknehmen. Ich bin einer von der Sorte, die damit länger wartet. Die Worte bedeuten mir zu viel, als das ich sie einfach so mal schnell nach einem Monat sagen könnte. Am Wochenende habe ich es dann doch gesagt - im für mich richtigen Moment. Gut: Ich war betrunken und auf einer Party, aber Betrunkene sagen doch immer die Wahrheit, oder?

Aber zurück zum Punkt: Was ist Liebe und was deren Wahrheit? Können wir überhaupt Lieben? Ich meine so richtig. So richtig krass! So.. bedingungslos? Eine Mutter kann ihren Sohn bedingungslos lieben. Das weiß ich aus Erfahrung. Aber die Erfahrung der bedingungslosen, wahrhaftigen Liebe mit einem Partner habe ich bislang noch nicht gemacht. Zuvor liebte ich schon einmal. Ich dachte damals, es sei etwas großes. Am Ende waren Worte nur kurze Töne, die nie wieder von sich Laut gemacht haben. Sie waren verloren. Sprüche wie: "Ich bin immer bei dir, wenn du mich brauchst.", "Du kannst mir alles Erzählen.", "Du bist mir wichtig!", "Ich liebe dich!", nichts als kurze Töne, die nie wieder von sich Laut gemacht haben.

Und dann steht man da, irgendwann, am Ende angekommen. Verloren. Weiß nicht wohin mit sich und seinen Gedanken. Kann keine Minute alleine sein ohne Panikattacken  zu bekommen und heult den ganzen Tag, weil man dieser einen Liebe hinterher trauert. The One. Nicht falsch verstehen. The One ist ein toller Kerl. Smart, und liebevoll, lebendig und offen. Ich bin gerne sein The One, aber nicht, wenn es alles nur kurze Töne sind, die nie wieder von sich Laut machen lassen.

Worte haben in unserer Gesellschaft die Bedeutung verloren. Wir reden viel, chatten, schreiben ununterbrochen SMS, hören die leeren Versprechungen unserer Politiker und der Werbung, die unsere tiefsten und innersten Bedürfnisse durch den Konsum des heißesten Handys stillen möchte. Nicht, um uns zu helfen, sonder um uns auszubeuten. Sie weiß wo unsere Schwachstellen liegen. Wünschen wir uns eine Familie und Geborgenheit, wo wir doch als Kind keine Familie hatten? Durch Toffifee bekommen wir keine Mutter und keinen Vater, aber werden fettleibig und weinen uns nur noch mehr in unsere Sehnsucht.

Wir haben die Bedeutung eines Wortes verlernt. Liebe ist kein schnelles Konsumgut. Sich um jemanden zu Sorgen und bei ihm zu sein heißt nicht, nur die schönen Tage mit ihm zu verbringen. Denn wenn ich sage "Ich liebe dich!", dann geht damit ein Versprechen ein. Das Versprechen jemanden sein Lebtag im Herzen zu tragen, auch wenn die Beziehung scheitern mag, auch wenn alles anders kam als geplant. Ich möchte das Worte wieder ihre Bedeutung erlangen und noch viel wichtiger: Das wir merken, dass Taten viel wichtiger sind als Worte.

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