Mittwoch, 21. September 2016

Was von einer Beziehung übrig bleibt...

Hallo ihr Lieben,

ihr alle kennt das Gefühl von einem Menschen angezogen zu sein. Dazu muss man keinen bestimmten Grund nennen. Viele meinen immer genau sagen zu können, wie genau ihr Typ zu sein hat. Dünn, blonde Haare, mindestens 180 groß - wobei das vielleicht schon ein Kriterium bei mir wäre - und ein paar Muskeln. Bloß nicht zu viel! Oftmals, so geht es zumindest mir, fühle ich mich von den unterschiedlichsten Menschen angezogen. Es kann sein, dass die die Person super ausschaut und der Charakter nicht ganz zur eigenen Art passt. Oder man etwas am Aussehen zu bemängeln hat, aber unglaublich gerne der Stimme lauscht und die Körpersprache mag.

Nehmen wir ins unserem Gedankenexperiment an, das Gegenüber empfindet ebenso. Man lernt sich kennen. Mehrere Facetten. Wenngleich das meiste der Wesensart verborgen bleibt. Im besten Fall verliebt man sich. Man verbringt immer mehr Zeit miteinander, erlebt unvergessliche Momente an die man sich gerne erinnert. Aus der Art des neu gewonnen Lebenspartners - oder heutzutage oft genant Lebensabschnittspartner - und dem eigenen Charakter wächst eine Symbiose.

            Tipp vom nicht zertifizierten und abzuratendem Psychologen Heise: In einer gesunden    
            Beziehung sollte eine Art von Symbiose nicht der Bestandteil ihrer Beziehung sein. 

Man selbst schafft dem Gegenüber in einer Beziehung nie den Abdruck seiner selbst. Nicht, weil man sich absichtlich oder unabsichtlich verstellt. Wir versuchen auf den Partner Rücksicht zu nehmen. Tolerant zu Verhaltensweisen zu sein, die uns an ihm stören. Mit ihm finden wir Gemeinsamkeiten die wir gerne ausleben. Filme, die beide berühren und Themen moralischer Art, die für die Sichtweisen beider Menschen wichtig erscheinen. Wir stoßen an Kanten und Klippen, über die wir es nicht schaffen hinwegzusehen. Die so essenziell unseren Charakter bestimmen, dass sie ausgelebt in den kleinsten Begebenheiten zu Krisen führen können.

Irgendwann und dies geschieht den meisten Menschen, trennen wir uns. Dann bleibt nicht mehr viel von dem Gewesenen. Von der Liebe. All die warmen Momente schmerzen in unserem Herzen. Wir spüren Wochen nach der Trennung immer noch den warmen Atem auf der Haut. Wir bekommen den Geruch nicht aus unserem Gedächtnis und sehnen uns nach den liebevollen Worten. Wir sehen uns vom Partner berührt zu werden. Wir sehnen uns nach Liebe.

Aber was bleibt? Wir werden vom Leben gedrängt weiter zu gehen. Es bleibt uns nichts anderes übrig als uns wiederzufinden. Gelöst von unserer "besseren Hälfte", liegt es an uns, den Charakter auszufüllen und gestärkt aus dem Ganzen zu gehen. Wir vergessen. Monate nach der Trennung sind wir, wenn wir genau darüber nachdenken, nicht mehr der Mensch der wir einst in der Beziehung waren. Nach der Trennung trösten wir uns damit, den Menschen nicht aus der Welt verloren zu haben, sondern nur freizugeben. Doch sind wir ehrlich. Der einst geliebte Mensch existiert nicht mehr und wird nie wieder existieren.

Es bleibt das Gefühl der Symbiose. Da wir nie den Menschen in seiner wahren Essenz kannten, bleibt nur die Vermischung aus beiden Charakteren. Es ist falsch zu sagen, die Erinnerung an den Geruch, die wunderschönen Zeiten, die liebevollen Momente, bleibe. Eine in der Vorstellung ernüchternde Tatsache. Denn würden wir den Geruch der damaligen Zeit rekonstruieren wollen, müssten wir auch unseren Eigengeruch zur Mischung des Parfüms beifügen. Doch das können wir nicht. Denn wir sind bereits vergangen.

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