Montag, 6. Juni 2016

Vom EX-Freund, der Liebe und euch Lieben

Hallo ihr Lieben,

Nur so als Einschub zwischendurch. Ich frage mich gerade warum ich euch "ihr Lieben" nenne. Ich kenne euch nicht, weiß nicht  ob "ihr" (also wer) das liest und werde euch auch nie, außer manch einen in den Kommentaren, kennenlernen. Aber vielleicht ist es die sehnsüchtige Hoffnung, Menschen nach meinen Vorstellungen dort draußen zu erreichen. Wahrscheinlich nenne ich euch "ihr Lieben", weil ihr dort draußen die lediglich Projektion meiner Wünsche seid. 

Ich erzähle euch heute von meinem Tag. Ganz privat und persönlich. Nicht, weil ich euch von meinen spannenden Abenteuern zu berichten vermag, sondern um mit Problem, Sorgen besser fertig zu werden und  Freuden zu teilen.

Mein Schlafrhythmus ist zurzeit gehörig im Arsch. So richtig! Ich schlafe spät ein und stehe spät auf. Manchmal schaffe ich es früher einzuschlafen (früher bedeutet bei mir ca. 12) um dann erst um 15 Uhr aufzustehen. Und hätte ich das letzte Kolloquium herum könnte ich es mir erlauben, weil es niemanden schert, aber das habe ich nicht. Doch eine Person schert es leider trotzdem und das bin ich selbst. Auch wenn man sein Abi (hoffentlich) bestanden hat, dann sollte man sein Leben wieder auf die Reihe bekommen. Früh aufstehen, trainieren gehen, ausgewogen essen. Zugegeben, einiges hatte ich vor zwei Wochen ganz gut drauf. Außer das früh aufstehen, das bekomme ich seit Jahren schon nicht hin.

Wahrscheinlich bekomme ich so vieles nicht hin, weil ich mir momentan sehr viel Kopf mache. Als Melancholiker ist es nunmal meine Verdammnis über das Weltgeschehen und mein eigenes Leben im Detail nachzudenken. Meist ist das mehr schlecht als recht. Ich mache mir also Gedanken und rede gerade um den heißen Brei. Denn ich sage euch nicht, was mir den Kopf zerbricht. Es ist mein Ex-Freund.

Seit zwei Monaten sind wir jetzt getrennt. Wir waren 10 Monate zusammen und binnen dieser Zeit hat er viel über mich erfahren, glücklicherweise aber nicht, dass ich diesen Blog hier schreibe. Vermutlich liegt es daran, dass ich nie schreibe, wenn es mir gut geht. Ich sehe es nicht als notwendig und wüsste auch nicht über was ich schreiben sollte. Weder habe ich großartige Probleme, noch möchte ich euch von meinem momentan zufriedenstellenden Leben nerven. Ihr seid also Beobachter, die nur die Schlechten Zeiten mitbekommen.

Seit zwei Monaten sind wir also getrennt, wie erwähnt und seit einigen Wochen ist die Wunde wieder am bluten. Als hätte ich den Schorf wieder abgekratzt. Mutwillig. Denn über die Zeit des Lernens kam ich ganz gut mit der Sache klar. Viel zu beschäftigt war ich lange vor dem Abi und danach um zu bemerken, wie viel es mir doch wirklich ausmacht. Und ich rede hier nicht von einem "Oh Gott ich bin alleine, man hat mich verlassen - Trennungsschmerz". Ich weiß, dass ich wieder glückliche Beziehungen führen werde. Ich habe auch jemanden nettes kennengelernt und wir wollen uns bald treffen. (Zugegebener Maßen habe ich in diesen zwei Monaten schon unheimlich viele Kerle kennengelernt. Mich am Tag der Trennung mit jemanden getroffen. Auch eine kleine Sache am laufen gehabt, die dann nichts wurde.) Doch bei dieser Person könnte es anders sein.

Aber eigentlich, will ich überhaupt niemanden neues kennenlernen. Ich war zufrieden in meiner Beziehung, mit meinen Partner. Die perfekte Partnerschaft und wir hatten viele Probleme (warum genau werde ich hier denke ich mal wann anders schreiben). Aber wir hielten an der Beziehung, weil wir uns liebten, verliebt waren und wichtig genug um es aufrecht zu erhalten.

Ja.. und plötzlich. BOOM! BÄÄNG! AUS! Er hat Schluss gemacht, genau vor dem schriftlichem Abitur. Das war hart, verdammt hart. Und die Kontaktaufnahme danach ist auch völlig fehlgeschlagen. Er wolle jetzt "ein neues Lebens beginnen" und habe gerade "richtig geile Zeiten und wisse, dass ich diese auch erleben werde". Das stand in seiner letzten, ellenlangen Nachricht. Sowas möchte man nicht hören. Freunde sagten schon das sei richtig boshaft und irgendwie haben sie da auch recht. Ich verstehe ihn einfach nicht.

Nie wollte ich jetzt alleine geile Zeiten erleben. Ja, ich hätte die Möglichkeit. Nein, ich verzweifle nicht. Aber das was ich wollte, war eine Zukunft mit ihm. Höhen und Tiefen zusammen zu durchstehen, das Leben in all seinen Facetten sehen und nicht stehen gelassen zu werden, weil jemand ein mal mehr vor sich selbst reiß aus nimmt. Sich erneut, wie schon so oft, verändert und zu einem ganz anderen Menschen wird. Aber davon bald mehr.

P.S.: Irgendwie wünschte ich er würde diesen Blog hier lesen. Ob er sich dann meldet oder nicht. Keine Ahnung, warum. Vielleicht weil ich hoffe und wünschte es würde alles anders werden. Vielleicht, damit er meinen wahren Gefühle sieht und nicht das, was er von mir denkt gesehen zu haben. Jedenfalls: Wenn ihr in ähnlicher Lage steckt, vielleicht hilft es euch. Vielleicht findet ihr hierbei einen Leidensgenossen und wenn ihr vergeben seid, dann ist dieser Blog wohl momentan die falsche Adresse.

Über einen Kommentar würde ich mich übrigens sehr freuen. Dann sehe ich, dass ich doch nicht so alleine bin im Internet.

1 Kommentar:

  1. Verlassen zu werden, ist immer schlimm.
    Ich drücke Dir die Daumen, dass Du schnell darüber hinwegkommst.

    Liebe Grüße, Tamaro

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