Dienstag, 28. April 2015

Nachdenken über die Liebe

Da sollte man eigentlich auf seine bevorstehende Klausur lernen, nimmt Stift und Zettel in die Hand und die Gedanken kommen dazwischen. Solange man sich mit Arbeit, die einem Spaß macht, oder mit anderen Freizeitbeschäftigungen ablenken kann, macht man sich über seinen seelischen Zustand keine Gedanken. Man macht sich auch keine Gedanken über die "großen Fragen des Lebens", besonders nicht, wenn es einem gut geht. Doch manchmal kommt der Zeitpunkt, es muss nicht der Moment tiefster Trauer sein, da kommen Gedanken und die verbinden sich zu unübersichtlichen Labyrinthgängen aus denen man, so scheint es, nicht mehr ausbrechen kann. Man irrt weiter durch die Wege des riesigen Parks, der so friedlich und still scheint, dass man von diesem Gefühl der Friedlichkeit beinahe erdrückt wird. Ich mache mir momentan auch wieder Gedanken über ein banales Thema: Die Liebe.

In jedem Lied wird sie behandelt, Schnulzen locken verliebte Pärchen ins Kino, der Frühling steht bevor und Liebesgefühle treten in den meisten Menschen wieder auf. Singles suchen für die Sommerabende eine Beziehung um sich nicht alleine auf dem Balkon den Sonnenuntergang ansehen zu müssen und sich gleichzeitig in die Einsamkeit zu verkriechen. Es scheint klar, warum wir uns eine Beziehung wünschen. Wir wollen nicht alleine sein, alle Gedankengänge teilen können und uns Geborgen fühlen. Doch wo finden wir die große Liebe? Und muss es unbedingt die große Liebe sein? Was ist, wenn ich mich nicht gleich verliebe und die Person nur Sympathisch finde, sollte ich dann ein Beziehung eingehen? Was passiert, wenn ich die Beziehung eingehe und mich in dieser nicht weiter angezogen fühle und mich nicht verlieben kann? Oder was passiert, wenn ich mich, weil ich mich nicht gleich verliebe, die Beziehung ausschlage? Mache ich dann den Fehler meines Lebens, weil sich hinter der sympathischen Person doch noch die Liebe meines Lebens verbirgt? Fragen über fragen, die wir uns stellen und die Liebe nicht einfacher macht.

Denn geben wir es doch zu: So schön eine Beziehung und das Gefühl des verliebt seins auch ist, irgendwo gibt es doch meist einen Haken? Wir stellen uns von Anfang an Fragen, wie die Beziehung ausschauen soll, was wir erwarten und wie unser Traummann sein soll und verpassen somit vielleicht den Augenblick. Denn anstatt im Moment zu leben und alles auf uns zukommen zu lassen, verkriechen wir uns lieber in unserer heimlichen Einsamkeit und fühlen uns im Schmerz geborgen. Eine trügerische Falle, die unser Bewusstsein uns stellt. Zwar finden wir uns für den Moment mit der Einsamkeit ab und sagen uns auch alleine klar kommen zu können, doch wünschen wir uns langfristig gesehen immer noch die Beziehung und die Bindung zu einem anderen Menschen. Doch was soll man machen? Die klare Antwort könnte lauten: In's Leben gehen, das Leben genießen, mit Freunden unterwegs sein und neue Leute kennenlernen, von denen mit Sicherheit "der Richtige" dabei sein kann.

Also stürzen wir uns mit voller kraft in Aktivitäten und suchen neben Schule und Arbeit, Freizeitbeschäftigungen und Hobbys nach der großen Liebe. Wenn wir es schaffen, dass alles unter einen Hut zu bekommen, nehmen wir an, finden wir die eine Person. Wir verabreden uns also zum ersten Date, nachdem wir uns durch verschiedene Freundeskreise kennengelernt haben. Wir finden uns auf anhieb sympathisch und können uns gut leiden. Wir treffen uns immer wieder und genießen die Zeit zusammen. Im Hinterkopf bahnen sich schon die großen Fragen an: Wann kommt es zum ersten Kuss? Wann soll ich Körperkontakt aufbauen? Lande ich vielleicht nur auf der Freundesschiene? Kann er mich auch wirklich leiden? Wie oft und wann sollte ich mich bei ihm melden, um nicht den Eindruck von Verliebtheit zu zeigen? Denn ich möchte immer noch mysteriös wirken, dass macht mich doch so interessant. Und hat er noch Interesse an mir, wenn er mich kennt wie ich wirklich bin?

Doch glaubt mir, dass geht nicht nur euch so, auch die andere Person ist auf ihre individuelle Art verunsichert. Warum sollte sie sich noch mit euch treffen, wenn sie überhaupt kein Interesse an euch hat? Doch anstatt im Moment zu leben, versuchen wir den Augenblick festzuhalten. Wir fangen an uns über eine Beziehung Gedanken zu machen und fragen uns, wie das alles werden wird. Bei unsicheren Personen kommt jetzt natürlich die Frage, ob sie das denn überhaupt möchten? Ist er denn wirklich der Richtige? Natürlich kann ich ihn gut leiden, er ist süß, sympathisch, zuvorkommend. Doch habe ich mich in ihn verliebt, oder möchte ich nur eine Beziehung, weil ich nicht alleine sein möchte? Die Fragen scheinen einen zu erdrücken und man will einerseits zwar die Momente weiter ausleben, doch entscheidet man sich wohlmöglich es sein zu lassen. Denn man war sich ja nicht ganz sicher, hat sich vielleicht doch nicht verliebt.

Was passiert mit der anderen Person? Nehmen wir an, sie hat sich verliebt. Sie wird für einen kleinen Augenblick, das kommt auf die länge der Beziehung an, - und ja ich spreche in diesem Stadium bereits von einer Beziehung, da es eine zwischenmenschliche Bindung ist - möglicherweise daran zerbrechen. Liebe ist stark und um so stärker ist das Verlustgefühl, wenn die Liebe endet und man wieder alleine ist, einsam auf dem Balkon den Sonnenuntergang anschaut. Vorher konnte man sich noch sagen, ich fühle mich wohl. Alleine. Doch jetzt, wo man einmal dieses Gefühl der Zweisamkeit erleben durfte, möchte man es nicht mehr missen und sehnt sich danach zurück. Man hat durch das Gefühl der Liebe einen Teil von sich aufgegeben um Platz für die andere Person zu schaffen. Diesen Platz gilt es nun aber wieder zu füllen. So wie früher, vor der Liebe, kann es nicht werden. Die Zeit hat einen zu sehr verändert und die Ereignisse geprägt. Also stürzt man sich in' Leben, versucht wieder dieses Gefühl zu schaffen, wie bei dieser einen Person. Man geht feiern, arbeitet viel und lenkt sich ab. Die Illusion der glücklichen Einsamkeit wurde zerstört und die Realität des Glücklich-Seins, dadurch, gesagt zu bekommen, der andere habe sich nicht verliebt. Und was macht man jetzt?

Man muss loslassen. Muss abschließen und sich neu finden. Man muss mit sich selbst wieder klar kommen und zu seiner inneren Mitte finden. Das hört sich esoterisch und banal an, doch ist beinhaltet es doch die Wahrheit. Man hat sich fallengelassen, aufgefangen gefühlt bei einer Person, die man liebt. Egal was passieren würde, man wusste einen Menschen an seiner Seite zu haben. Natürlich stellt man sich nun die Fragen, warum alles so kam und wieso man nicht hätte zusammen glücklich werden können. Vielleicht kann man die andere Person auch verstehen, dass kommt darauf an, wie es einem vermittelt wurde. Mit einem "netten" Gespräch, am Telefon, oder doch nur per SMS.

Aber was ist nun mit der Liebe? Soll man sich versuchen nicht zu verlieben, oder hätte die andere Person es versuchen sollen und schauen können, ob sie noch Gefühle empfindet? Das alles kommt natürlich stark auf den Charakterzug der Personen an. Liebe ist mehr als nur "verliebt sein". Verliebt sein verfliegt. Liebe kann, in den unterschiedlichsten Formen, für immer bestehen. Man sollte mit einem Menschen weniger zusammen kommen, weil man verliebt ist, sondern weil man ihn schätzt. Weil man gemeinsame moralische Vorstellungen teilt, sich versteht, die Zeit genießt und gerne beisammen ist. Weil man gerne im Arm des anderen liegt und in den Geruch des anderen verfallen ist. Ob das verliebt sein ist? Ich weiß es nicht. Verliebt sein ist so undefinierbar, wie die Liebe an sich. Doch wichtig ist, der Liebe die Chance im Leben einzuräumen.

Donnerstag, 23. April 2015

Mia Diekow - Neben dir - Lyrics

Weil es weit und breit keinen Text im Internet gibt, habe ich mir mal die Mühe gemacht und ihn für euch aufgeschrieben. Der Aufbau ähnelt einer Gedichtform, liegt bei diesem tollen Text aber auch nicht gar nicht so fern.

Mia Diekow  -  Neben dir

Neben dir her
In deinem Schatten
von deiner Gunst
Hänge ich ab

Ich setz' mich zur Wehr
Gegen das was wir hatten
Ist keine Kunst
Und ich mach nicht mehr schlapp

Ich bin leicht und ich kann tanzen
Auf deiner Nase und überall
Ich bin leicht

Du bist sehr schön
Und strahlst wie ein Held
Manch kluger Gedanke
Streift deine Stirn

Mir dich abgewöhn'
Das kostet mich Geld
die Wirtschaft sagt danke
und ich in ihrem Zwirn adieu

Denn ich bin leicht und ich kann tanzen
Auf deiner Nase und überall
Ich bin leicht und ich kann tanzen
Auf den Dächern dieser Stadt
Ich bin leicht und ich kann tanzen
Mit deinen Freunden und überall
Ich bin leicht

Versuchs doch, Versuchs doch,
Tanz mit mir
Versuchs doch, Versuchs doch, 
Tanz mit mir

Zu einem Lied das noch immer keinen Rhythmus hat
Keine Worte, keinen Sinn
Auf verlorenen Wegen auf verbrannten Wegen
Keine Richtung kein Vorhin
Mit deinem Körper, der einfach keine Kraft mehr hat
Ohne Füße, ohne Flügel

Wie willst du tanzen?
Wie willst du fliegen?
Wie willst du tanzen?

Versuchs doch, versuch's doch,
Tanz mit mir!
Versuchs doch, versuch's doch,
Tanz mit mir!

Montag, 20. April 2015

Über das Unvermögen der deutschen Bevölkerung #2

Die Medien kotzen mich an.. 1000 Tote gab es wahrscheinlich bei diesem Schiffsunglück und die Afrikaner sind nicht so wichtig, wie die deutschen Toten bei diesem scheiß Flugzeugabsturz vor einigen Wochen um's Leben gekommen sind.

Plötzlich schicken wir, die auf unserer Insel des Wohlstands hockenden, Hilfeschreie los. Plötzlich kommt die Politik zu Gange und "möchte" helfen. Viel mehr muss sie helfen und viel mehr muss endlich etwas geschehen, da dass Begehren der reichen Europäer zu groß wird. Zu viel Angst haben Politiker ihre Macht zu verlieren und besonders ihr Gesicht.

Es wird darüber geredet, wie wir geholfen haben. Wir hatten doch ein Programm um die auf dem Meer ertrinkenden Menschen zu retten. Doch dieses wurde beendet. Wir haben uns nicht um die Flüchtlinge gekümmert, sondern viel mehr um den Bau von Mauern und uns das Problem fern zu halten. Was wir von uns halten, dass kann uns nicht bedrücken. Doch zum Glück können wir nicht länger weg schauen. Zu viele Unschuldige sind gestorben, um noch länger die Hände vor unsere Augen zu halten.

Gerade äußerte sich de Maizière zu den aktuellen Vorfällen. Doch als die klare Frage gestellt wurde, ob Deutschland mehr Flüchtlinge aufnehmen wird, kam nur die Antwort, man würde es machen, wenn die Verteilung so geregelt werden sollte. Ich möchte kurz einen Ausblick über die kommenden Wochen der Politik geben. Wir werden in Talkshows darüber diskutieren uns entblößen und Meinungen vertreten. Rechte, dazu zähle ich die AFD, werden sich kritisch zu Asylpolitik äußern und  ein großer Streit auf allen Netzwerken wird entfachen. Derweilen wird die Politik händeringend um, für Europa vorteilhafte, Lösungen ringen. Man möchte das gemeine Volk zufrieden stellen, ohne sich die Asylanten auf den Hals zu jagen. Jedes Land arbeitet darum, so wenig Flüchtlinge wie möglich aufnehmen zu müssen, weil die Wähler es so wollen. Am Ende versinken wir in einem Haufen Bürokratie anstatt schnell zu helfen und weitere 1000 Tote sind ertrunken.

Und wer ist Schuld am Tod der Menschen? Wir alle: Denn wir müssen aufbegehren, uns gegen die gefälligen Entscheidungen der Politiker stellen und NEIN sagen. Nein, zu Mauern, dem schnellen Abschieben von Flüchtlingen und dem ewigen wegschauen.

Sonntag, 12. April 2015

Kein Interesse an euch

Ich besitze nicht mehr das Interesse an euch. Mir missfällt der Gedanke noch länger zu versuchen euch Dinge aufzuzeigen die euch weder gefallen, noch die ihr verstehen wollt. Amüsiert euch weiter, ihr kleinen Affen im Zirkus der Wollust und tanzt. Tanzt auf dem Seidenfaden eines Vulkans und balanciert bis ihr in das Blut stürzt und werdet Teil des Zyklus, aus dem Marionettenschnitzer, Tropfen der vermischten Tusche nehmen um weiter, gleiche, marionettenhafte Menschenwesen zu bilden.

Dienstag, 7. April 2015

Das Herz

Diese Geschichte handelt um Liebe. Doch sie beschreibt nicht die Weisen der Liebe, sondern den Weg der Vergessenen auf ihren Weg zum Licht.
Liebe mich dann, wenn ich es am wenigsten verdient habe, denn dann brauche ich es am meisten.  - Helen Keller
Dieses Zitat stammt vom 22.02.15


Das Herz

von Florian Heise


Diese Geschichte widme ich Florian Friedrich


Das Herz - Was willst du, Gestallt?

Nein! Ich bitte dich, flehe dich an. Nimm es mir nicht. Diesen kostbaren, goldenen Schatz, der mein Innerstes spiegelt. Zu lange suchte ich danach, um ihn wieder zu verlieren. Was willst du, Gestalt, von mir? Warum bist du hier und nicht dort, bei den anderen? Den nicht Liebenden? Wieso suchst du mich, du Ungeheuer der Nacht, du Albtraum im Schlaf, mich Heim und begegnest mir an meinen schwächsten Tagen? Ich will dich nicht, wollte dich nie und doch überfällst du mich wie die Lawine einen Bergsteiger überraschend verschüttet. Begraben unter den Massen der Schneegewalt liege ich und fühle mich erdrückt. Atme deine verbrauchte, alte Luft auf. Sterbe innerlich vor Sehnsucht nach Freiheit, doch kann nicht gehen, nicht verlassen, nicht neu beginnen. Denn du umgibst mich. Verbrauchst mich. Ich verliere mich in dir. Die Dunkelheit unter den Bergen von Schnee erfüllt mich mit Angst. Unsicher und verloren fühle ich mich. Wieso nimmst du es mir? Ich habe nichts, scheine nie etwas gehabt zu haben und kann mich nur noch an Bruchstücke der damaligen Freude erinnern. Doch dort ist nichts, war nichts, kann nichts sein. Denn du hast ein Loch in mich geschnitten, mich ausgehöhlt, so wie man den Rest einer Dose auskratzt. Du hast es mir genommen, doch willst es nicht für dich. Dir ist egal was damit passiert. Dich kümmert mein Leben nicht, du nimmst, weil du willst.  
Und dann verwirfst du es. Schmeißt mein Herz über den Steg in den schwarzen Ozean. Ich falle. Entkräftet und ohne Sauerstoff, falle ich zu Boden. Versuche, das Herz, zu retten. Doch es ist zu spät. Schon zu tief gleitet es hinab. 


Das Herz - Hurrikane

Ich sinke. Herausgerissen aus dem Leib umgibt mich salziges Meerwasser. Zu verätzen scheint meine Hülle, umgeben und angegriffen von tausend salzigen Tränen. Er liebte mich, verehrte mich, gab mir Anerkennung und Wertschätzung. Er brachte das Beste von mir zum Vorschein. Nun bin ich ein körperloses Herz unruhig treibend im Ozean. Ich bin nicht mehr von Bedeutung, habe niemanden. Der Schein, der über mir so hochstehenden Mittagssonne wird abgefangen vom trüben Wasser des Meeres. Immer ferner scheint das Licht am Ende, von dem ich kam. Doch ist das mein Ende noch nicht gekommen und der Weg führt weiter, tiefer. An den Fischschwaden vorbei, die von gierigen Haien gejagt werden. Fischfutter sind sie, mehr nicht. Ein Teil in der Kette des Lebenskreislaufes, so wie ich eines sein sollte. Doch das bin ich nicht. Denn ich treibe umher im dunkelblauen Wasser der Endlichkeit. Und ich spüre, die Endlichkeit. Meine Begrenztheit. Dort oben liegt die Hülle meines damaligen Ichs. Doch nun bin ich nicht mehr dort oben, nun bin verloren, in nie zuvor gewesenen Weiten. Ich kann nicht loslasse. Kann nicht über mich verfügen denn ich gleite wie eine Feder die von dem Wind immer weiter getragen wird, höher und höher schwebt, ungebändigt. Doch das bin ich nicht, denn ich sinke tiefer und die Strömungen bewegen mich immer näher an einen Strudel der alles aufsaugt. Ein schwarzes Loch, das alles in sich verschlingt, keinen einzigen Lichtstrahl mehr hindurch lässt. Immer näher reißt es mich an den Strudel und ehe ich mich versehe bin ich schon mitten im Auge des Unterwasserhurrikane aus Fischkadavern und Algenresten. Aus Plankton und Muscheln. Aus Haien und Fischschwaden. Es gibt keinen Feind mehr, alle Feinde die geschaffen wurden sind entkräftet, denn nun zieht uns der Strudel in seine Mitte. Alle werden sie sie verschlungen und drehen sich immer weiter ein auf den Grund des Bodens. Und ich versuche zu entfliehen mit all der mir gegeben Möglichkeiten, doch ich schaffe es nicht und lasse mich einkreisen von den anderen Überresten der Lebewesen. Mein Blick wird starr und richtet sich nach außen. Weiter im Sog schaue ich in die Ferne. Erkennen, kann ich kaum etwas. Doch scheint mir der Blick nach außen die Illusion von Rettung zu geben und als hätte man mich erhört sehe ich einen kleinen, beinahe, im schnellen Kreisdreh der Gezeiten, unscheinbaren Fisch. Er sieht gewöhnlich aus, wie all die anderen Fische, doch gibt einen Ton von sich der so liebreizend ist. Weiter. Schneller. Schneller. Ich kann ihn nicht mehr sehen, er ist verschwunden, war es doch nur eine Vorstellung? Waren es meine Gedanken, die mir einen Streich spielten. Ich weiß es nicht, ich drehe mich. Mir wird schwindlig, schlecht.


Das Herz - Kristall

In der Mitte angekommen drücken die anderen Kadaver auf mich. Erdrücken mein, schon zutiefst durch Salzsäure verätztes, Gewand aus Hoffnung. Und als meine Kräfte schwinden und mir der Wille zu überleben versagt drückt es mich durch einen kleinen Spalt. Eine rundförmige Lochöffnung des steinharten Kliffs. Da der Druck von oben zu groß wird quetscht es mich immer mehr in das zu enge Loch, reißt meine Schale auf und presst mich durch die Öffnung. Ich bin entkommen, dem Tod entronnen. Doch was ist nun? Wohin gelange ich? Der Fall in dem nicht aufhörenden Weg des Wassers scheint unendlich. Doch die vorher mir erscheinenden Lebewesen sind nun gänzlich verschwunden. Hier ist nichts. Keine Pflanze, kein Partikel, kein Fisch und keine Räuber. Der Ort an dem ich mich befinde ist so leer wie meine Gefühle es sind. Doch was bedeuten schon die Gefühle im Angesicht der blutenden Wunden. Die rote Flüssigkeit zieht streifen und ich kann, wenn ich zurück schaue, was ich nicht gerne mache, meinen Leidensweg erkennen. Doch ich verblute nicht, denn als immer mehr Blut schwindet, scheint das Salz in die Wunden zu binden, scheint sie zu schließen. Die Streifen schwinden und es geht mir besser. Ich fühle mich: Gut, wohl. Es schmerzt nicht mehr. Doch umso mehr die Schmerzen nachlassen und sich mein Gefühlszustand verbessert umso mehr Salz verharrtet sich in das rostfarbene Fleisch. Ich scheine mich zu ändern, neu zu formatieren. Die Weichen stellen werden hart, gläsern. Werden zu: Kristall umgibt den Rest der verbliebenen roten Membranstellen. Doch nicht nur äußerlich verändere ich mich. Auch innerlich erstarre ich, werde aus kristallförmigen Glassplitterstücken neu zusammengesetzt. Bin Transparent. Unantastbar und doch brüchig wirke ich. Nichts wird mich mehr verletzen können. Kein Schaden kann mir hinzugefügt werden. Doch ich freue mich nicht darüber, empfinde die Gefühle nicht. Ich empfinde keine Gefühle.


Der Fisch

Versinkend komme ich an einem Kliff vorbei auf dem ein Schiff vor Jahrzehnten gestandet haben musste. Von Moos bedeckt und der Lack vom Zahn der Zeit abgenagt und mit Rost bedeckt, blicke ich in meine Zukunft. Auf dem Meeresboden werden ich liegen, bedeckt Algen, abgestorbenen Fischen und Erdschichten, denn ich kann nicht vermodern, so wie die im Lebenskreislauf eingebundenen Wesen, ich bin nicht mehr aus Fleisch und Blut. Als Kristall so verlockend wie nichts anderes, scheine ich eine Anziehungskraft abzustrahlen. Denn hier unten, wo sonst nichts ist, begegnet mir wieder der unscheinbare Fisch. In Kreisen nach unten drehend gleicht er sich an meine Fallgeschwindigkeit an und begleitet mich. Jetzt, wo ich klarer sehen kann, sehe ich trotzdem nicht viel. Ein grauer, kleiner Fisch. Doch dieser betört mich mit unheimlich wunderschönen Klängen, die ich so noch nie gehört habe. Die Töne erinnern mich an meine Hoffnung, die damalige und nun verschwundene Willenskraft. Doch was soll ich hier unten schon wollen? Wie sollte ich auftreiben? Rumps! 

Meeresboden

Aufgeprallt. Ich liege auf dem Meeresboden, bin angekommen am Ende meiner beschwerlichen Reise. Licht kann ich keines mehr erkennen. Die Umrisse der Gesteinsformationen sind nur noch Schemenhaft. Der Fisch an meiner Seite, sich im Kreis über mich bewegend, singt immer noch. Ihn scheint die Leere nicht zu stören. Meine Anwesenheit ist ihm genüge. Nach weiteren Stunden meiner Tatenlosigkeit erhellt er das Wasser mit einer kleinen, an seinem Schwanz befestigten Leuchtkugel. Er schenkt mir Licht und Aufmerksamkeit, doch kann ich ihm nichts entgegenbringen. Ich habe weder die Möglichkeit mich ihm Bemerkbar zu machen, noch kann ich ihm Dankbarkeit zeigen, denn ich bin ein Kristall. Ein durch das Licht hell reflektierender in Regenbogenfarben schimmernder Kristall als Herzform. Ich verübe einen unheimlichen Reiz aus, wie es mir scheint, bin der einzige Kristall Meilenweit entfernt von anderen Kristallen. Sie tummeln sich in den Gebirgsketten und den Felsen des Meeres, doch hier ist nichts. Entleert von allem erfülle ich die Leere.

Diese Geschichte wurde bereits am 22.02.2015 begonnen, mit vorgesehener Widmung und eigentlichem Ausgang. Ab hier handelt es sich um die Zeit des 07.04.2015

Schwerelos

Die Schallwellen der währenden Musik des summenden Fisches durchströmen fortan, mich, das Herz aus Kristallen. Wochen und Monate vergehen, während sich vermutlich die Sonnenscheibe hebt und senkt. Doch erkennen kann man von hier unten nichts und das Gefühl über Raum und Zeit habe ich verloren. Ich denke nach, fühle die damalige, warme Zeit. Doch umso länger ich liege um so mehr kühle ich ab. Und die Erinnerungen treten langsam in Vergessenheit. Der Geruch der Gestalt verschwindet, das Antlitz wirkt fad und unsympathisch in meinen Gedanken. Und auch bei der Vorstellung das Wesen wieder zu sehen, fühle ich keine Wärme. Denn mir ist vieles bewusst geworden, Dinge, die ich nicht erkannt habe. Und zusammen mit der Musik des summenden und singenden, leuchtend strahlenden Fisches, bricht: der Kristall. Eine Welle aus Wärme und Fröhlichkeit überkommt mich. Der Kristall beginnt zu splittern und ab zufallen. Immer roter wird das Herz, die Venen scheinen wieder durchblutet zu sein. Ich fühle mich frei, ungebunden, nicht mehr gefangen von seiner Anwesenheit. Nicht mehr verloren und nicht im Nichts versunken. Und nach Wochen der Ruhe gelangt ein Strudel zu mir und treibt mich fort. Wie auf einer Welle lässt er mich weg fließen, weit weg von allem bekannten zu neuen Ufern. Doch ich habe keine Angst mehr, ich freue mich neues zu Erleben, auch wenn ich nicht weiß wie es Enden wird. Und den Fisch? Den lasse ich alleine. Ich wünschte ich könnte ihn mitnehmen, doch er kommt nicht hinterheer, zu schnell scheine ich durch das Wasser zu gleiten. Und das Licht versiegt und die Musik verstummt, als schien meine Abwesenheit ihn zu beeinflussen. Doch ich kann nicht zurück, an jenen Ort der Traurigkeit. Ich muss, nein, wir müssen schauen voraus zu denken. Auch wenn es ein Fehler sein mag, können wir Entscheidungen nicht beeinflussen, denn die Gegenwart schreibt sie und um sie abwägen zu können müssten wir in die Zukunft schauen. Doch wir leben im jetzt und das Leben geht voran.


Samstag, 4. April 2015

Über das Unvermögen der deutschen Bevölkerung #1




















Heute schreibe ich das erste mal über das Unvermögen der deutschen Bevölkerung. Eine Reihe von Erfahrungen und Erlebnissen die ich machen musste und die mich an der deutschen Mentalität stören. Denn ich hasse Deutsche obwohl ich deutscher bin und eigentlich hasse ich nicht nur die Sitten zum Griff zur Bratwurst in der Innenstadt für den schnellen Hunger, obwohl Onkel Gerd an seinem Stammtisch im Wirtshaus bereits vier Klöße vertilgt hat, oder das andauernd Meckern über die Preissteigerung im Einkaufsladen. Seid doch froh, dass wir überhaupt einen Shopping-Mal besitzen. Doch heute soll es um die Verweigerung der Deutschen zur Bildung gehen. Ich war shoppen wie man am Bild oben sehen kann und habe mir in einer Buchhandlung Bücher zugelegt, welch Wunder. Leider wohne ich in einem Kaff mit ca. 20.000 Einwohner und die Auswahl an Büchern ist nicht wirklich groß.. Also eigentlich ist sie sogar sehr groß, dass Problem sind die Bücher an sich. Umgeben von Belletristik suche ich bereits beim Eintreten nach den Überschriften und Bezeichnungen der jeweiligen Abteilungen. Romane, Besteseller, Jugendbücher, Belletristik, etc. Mein Gang durch den Buchladen und Blick zwischen jedes Regal und auf jede Beschriftung brachte keinen Erfolg. Nirgends war eine Abteilung für "Dramen", oder "Klassiker", zu finden. Anstelle davon aber Religion, Gartenarbeit und Kochbücher.

Die Suche führte mich an den Rand der Verzweiflung und ich wollte bereits das Buch von Joachim Llambi nehmen, reinspucken und die Verkäuferin mit "Das wollte ich schon immer sagen", anschreien und wutentbrannt aus dem Laden rennen. Doch weil mein Gemüt und die Erziehung mir solch Taten untersagen, ging ich freundlich und gut gelaunt zur ihr, lächelte sie an und fragte nach den Abteilungen. Ich wurde nur auf die Reclam Hefte verwiesen, wenigstens ein Lichtblick! Doch auch hier gibt es nur die Klassiker und leider ist man schnell durch, da mir die meisten Stücke bereits bekannt waren. Schnell war ich fündig, bezahlte und verließ so schnell wie möglich den Laden.

Das Problem ist, dass ich nicht nur Deutsche, sondern Menschen hasse. Ja, ich bin Menschen Feind und manchmal hasse ich auch mich selbst, wobei das selten ist, da ich sowieso viel besser bin als ihr.. aber das ist ein anderes Thema. Warum zum Geier taucht in den Bestseller das Buch "Zwetschgendatschikomplott: Ein Provinzkrimi" auf. Achja.. weil Menschen dumm sind. Sie lassen sich nicht bilden und wollen sich nicht bilden lassen. Bereits Tante Ulla sagte, dass lesen wichtig ist. Blöd nur, dass sie sich die neusten Provinzromane und Frankenkrimis zu Gemüte führt. Einen Mehrwert gibt es nicht, außer, dass sie mit ihren 50 Jahren der Rechtschreibung vermag fähig zu sein. Doch noch schlimmer sind nur Utes. Ute ist die Bezeichnung der Supermuttis des 21. Jhr. Immer auf der Hut vor Dreck und schmutz umsorgt sie ihr Kind und schickt es vom Klarinetten-Unterricht, zum Schwimmen und bereits im Auto auf dem nach Hause weg werden die Hausaufgaben angefangen, während sie neben dem Fahren ihrem Kind eine Käsestange in den Mund drückt, dass es Daheim bereits gegessen hat und die Lateinvokabeln eingepaukt werden können. 

Diese Supermutti kauft ihrem Kind Jugendbücher und liest selbst Romane der Untersten Kategorie. Und hier kommt gleich der nächste Kritikpunkt unserer verkomennen Gesellschaft: Jugendbücher.
Nehmen wir an die Jugend endet nicht wie in Deutschland mit dem 18. Lebensjahr, wenn die Teenager sowieso noch nicht ausgereift sind, sondern mit dem 21. Lebensjahr. Man hat also mindestens neun Jahre mit Jugendbücher vergeudet, in denen man hätte sich bereits bilden können. Mir ist klar, dass einem zwölfjährigen Mädchen Pferdegeschichte noch zusagen und gut ankommen. In der Pubertät werden Geschichte über Jungs ihren Reiz auf das Teenager-Girl haben, aber irgendwann ist auch mal Schluss. Die Realität ist hart, Leon wird nie an der Haustür klingeln und nach einem endlosen Liebesdrama mit einem Strauß rosen zum Fenster hochklettern, vergiss es einfach und ließ Faust 1!

Und damit verabschiede ich mich und widme mich wieder den wichtigen Dingen im Leben.. Sims 4.

PS: Ja, das unterste ist das BGB und es liegt nur dabei, weil der Stapel größer ausschauen soll :P