Donnerstag, 12. Januar 2017

Das Buch der Erkenntnis #3 - Ein Schauspiel Ausbildungstagebuch

Guten Abend Ihr,

heute mal wieder ein (vielleicht etwas kleinerer Beitrag) zu Grundlagen Schauspiel. Besonders, weil ich heute die Ehre habe das wahre Buch der Erkenntnisse zu führen.


Zu Beginn des Unterrichts vertieften wir noch einmal mit einem kleinen "Tennisball weitergeben - Spiel", den Text des gelernten Gedichts.


Hei, dies Schneegestöber bläst den Teufel wach
Er schlägt mit weißen Nägeln in das Hüttendach

Mir kann das nur recht sein
Schnee fegt fort den Schmerz

Schlägt mit weißen Nägeln
glücklich Herz an Herz



Diesen Text brauchten wir im kommenden Verlauf der Stunde noch. Dazu jedoch später mehr. Als nächstes sollten wir mit dem Konkreten Vorwand durch den Raum laufen einen konkreten Vorsatz anzuwenden und jemanden Konsequent etwas zu sagen. Während wir gingen, sollten wir langsam und von unserem Tempo bestimmt, Zweifel an diesem Gedanken finden. Aus dem Zweifel der Entscheidung, sollte Selbstzweifel werden. Wieso schaffe ich es nicht? Wieso kann ich meinen Vorsatz nicht Konsequent umsetzen, etc.

Bei mir staute sich schnell extrem viel Wut und Frust, den ich in diesem Moment nicht hinauslassen konnte, weil ich nicht wusste wie ich mich in der Situation der Übung verhalten soll. Besonders konnte ich an diesem Punkt nicht weiterarbeiten, weil es keine Steigerung des Zustands und keine Veränderung meines Gedankens mehr gab. Entweder hätte ich die Wut in einem Anfall von Tobsucht herauslassen-, oder in Tränen über die Unfähigkeit ausbrechen müssen. So verharrte der Zustand im Gehen und konnte nicht weiterentwickelt werden. 

Danach befanden wir uns in einem Wald aus Glas. Das so zerbrechlich war, dass damit besonders sensibel umgegangen werden musste. Auf dem Weg durch den Wald trafen wir verschiedene Personen. Einerseits sahen wir uns in ihnen, andererseits fühlten sie sich fremd an. Und als wir sie versuchten durch Beobachtungen kennen zu lernen, entrann uns die gewonnen Bekanntheit wieder.

Auch interessant waren die Einzelarbeiten, bei denen wir das oben genannte Gedicht einbauen mussten. Wir sollten eine konkrete Aufgabenstellung weiter ausbauen. Meine Aufgabe war: "Es juckt dir in der Nase. Das Gefühl endet nicht und wird immer schlimmer."

Soo.. und das war es eigentlich auch schon wieder. Habe heute keine große Lust auf Selbstreflexion. Ich schreibe gerade das Skript für den Einstand der Schauspielschule und da heute alles super geklappt hat. Besonders meine letzte Einzelaufgabe. "Gönne" ich mir jetzt mal Schlaf. Morgen habe ich ein langes (8 Stunden) Coaching auf meiner Arbeit (Nebenjob) und das wird.. Oh man -_-

Gute Nacht und bis bald,
Flo

Dienstag, 10. Januar 2017

Das Buch der Erkenntnis #2 - Ein Schauspiel Ausbildungstagebuch

Ihr Lieben,
obwohl ich nicht jeden Tag in mein Ausbildungstagebuch schreiben möchte und werde, was jedoch den Anschein vermitteln könnte, möchte ich das hier noch einmal hervorheben. Heute nehme ich mir wieder die Zeit um euch von meiner Ausbildung zu berichten. Vielleicht interessiert es ja den ein anderen.

Den nicht interessierten kann ich sagen, dass in den nächsten paar Tagen, der nächsten Woche eine neue Geschichte folgen wird. Sollte ich sie zu Ende schreiben. Bis dahin, alles Gute.


Grundlagen Schauspiel

Heute hatten wir das Unterrichtsfach "Grundlagen Schauspiel", diesmal ist es etwas einfacher zu verstehen und auch zu erklären. In Grundlagen Schauspiel lernen wir keine Texte, oder inszenieren Stücke, wir lernen die Essenz des Schauspiels (wenn man das so sagen kann).

Dieses Fach belegen wir nur im ersten Semester. In den Folgenden Semestern werden wir in verschiedenen Szenenstudien zusammenarbeiten um kleinere Theaterstücke und Szene aus Stücken vorzubereiten und mit Text an unserem Handwerk feilen. 

Ablauf von GK

Zu Beginn, zumindest wenn es noch keinen körperlichen Unterricht in den vorherigen Stunden gab, wärmen wir uns zusammen auf. Meist mit Dehnübungen und kleineren Spielen. Viel mit Schauspiel hat das zugegebenerweise nicht zu tun. Manchmal imaginiert man ein Element, was einen spielerischen Effekt hervorbringen kann. Danach bewegen wir uns im Raum und machen verschiedene Konzentration und Vorstellungsübungen. Nach der Pause in den anderen 1,5 Stunden, setzen 

Der dunkle Wald

Heute mussten wir mit geschlossenen Raum vom Anfang bis zum Ende des Raums laufen. Wir bewegten uns durch einen dunkeln Wald. Die anderen Mitstudenten stellten sich dabei wie Bäume in den Weg. Ziel war es den "Wald" zu durchqueren und weniger als drei mal die anderen zu berührteren. Man musste sich also langsam voran tasten und versucht durch Körperwärme, Atem, Geräusche und ein Gefühl sich durch diese Personen zu schlängeln.

Zwei Dinge werdet ihr euch jetzt vielleicht schreiben: Was hat das mit Schauspiel zu tun? Wie soll das funktionieren? Die Fragen sind berechtigt. Mit Schauspiel hat es in sofern etwas zu tun, dass man in absoluter Konzentration arbeiten muss und ein Gespür für seine Umgebung entwickelt. Für den Schauspieler ist es wichtig auf der Bühne einen "rundum" Blick zu haben. Zupft sich gerade jemand nervös an der Jacke, steht jemand genervt mit verschränkten Armen an der Seite, kaum sichtbar für den Schauspieler? All diese Eindrücke können, einmal für das Spiel gewonnen, aufgegriffen werden um weitere Aktionen daraus resultieren zu lassen.

Für mich war es eine sehr interessante und neue Erfahrung. Man ist in absoluter Konzentration und da man nichts sehen kann, verlässt man sich viel mehr auf seinen Hörsinn. Auch Sinneseindrücke wie Licht und Dunkelheit werden wichtig für die Orientierung. Am Ende bin ich vier mal (gut ich hätte es nicht durch den Wald geschafft) an Personen gestoßen. Jedoch war mein Weg nicht leicht und es hat im groben gut funktioniert. Unser Schauspiellehrer sagte, es sehe so aus, als würde ich obwohl ich nicht sehen kann trotzdem meinen Kopf so bewegen, als würde ich sehen können. Und nein, ich habe nicht geschummelt! Zudem habe ich mir sehr viel Zeit bei den einzelnen Personen gelassen. Was manchmal mehr, oder weniger positiv war, da es mehr Verwirrung in einem stiftet.

Die zwei Suchenden

Zwei Personen wurden vor die Tür gebeten. Der Dozent versteckte eine Münze irgendwo im Rau, für die anderen auf den Stühlen sitzenden, sichtbar. Außen wurde einer Person gesagt wo die Münze liegt, die andere wusste es nicht. Die im Zimmer übrig gebliebenen mussten herausfinden, wer wirklich nach der Münze sucht und wer nur vorgibt zu suchen, da er ja bereits wusste wo sie versteckt ist.

Diese Übung hilft um die Wahrnehmung zu schulen und gewohnte, oder vom normalen Suchverhalten einer Person abweichende Verhaltensmuster zu entdecken. Auch ist die Aufgabe nützlich für die Suchenden und die Beobachter um zu sehen, wie man sich am Besten realistisch in einer solchen Situation verhalten kann.

Ich selbst scheine die Aufgabe nicht gut gelöst zu haben. Alle bemerkten sofort, dass ich nicht der Suchende, sondern der über die Münze bescheid Wissende war. Das war jedoch bei fast allen Schülern gleich und kaum jemand wurde falsch zugeordnet. Besonders dadurch, dass wir uns schon länger kennen ist es für uns einfacher die Personen zuzuordnen. Auch ein Grund ist, dass unsere Wahrnehmung schon etwas geschult ist und wir auf Kleinigkeiten besonders acht geben. 

Beispielsweise hat eine Mitstudenten gleich zu Anfang einen Blick auf den Ort der Münze geworfen. Auch wenn das nur beim hereinkommen unbeabsichtigt war und man es kaum merkte, konnte man sie so identifizieren. Zudem hat der suchende Part unachtsam an dem Ort etwas verstellt, an dem die Münze versteckt war. Da hätte sie nicht gemacht, wenn sie gewusst hätte, das die Münze dort gelegen hätte.


So, das war es mit dem heutigen Tagebucheintrag. Ich habe mich jetzt dafür entschieden, das eigene Label "Schauspieltagebuch" zu verwenden, weil die Einträge zu lange sind um sie andauernd bei allen anderen Suchbegriffen unter Schauspiel aufzurufen und man sonst nichts anderes mehr findet. Ob ich sie von der Startseite entfernen werde, bezweifle ich. 

Übrigens können einige Rechtschreibfehler in dem Text vorhanden sein. Ich muss ehrlich sagen mir nicht die Zeit zu nehmen um alles auf Richtigkeit zu überprüfen. Übrigens muss ich jetzt noch meine Wäsche aufhängen.. 

Liebe Grüße,
Flo


Montag, 9. Januar 2017

Das Buch der Erkenntnis #1 - Ein Schauspiel Ausbildungstagebuch

Hey Leute,

heute mit einer neuen Rubrik. Unser ASB-Lehrer (Atem-Stimme Bewegung), meinte, dass wir all unsere Erfolge, Misserfolge und Übungen, eben das, was wir in seiner Stunde gelernt haben, doch notieren sollten. Wenn man etwas aufschreibt, sich bei dem Prozess des Schreibens also noch einmal damit intensiv befasst um seine Gedanken in ein Wörterkorsett zu pressen, vertieft man noch einmal die praktische Übung. Das gibt Sinn. Das Problem: Der Unterricht ist abstrakt, wie abstrakt werdet ihr gleich erfahren.

Was ist Atem-Stimme-Bewebung und was ist eigentlich Schauspiel?

Was muss man sich unter ASB eigentlich vorstellen? Für die meisten Menschen ist es schon schwer die Erklärung und Definition von Schauspiel zu verstehen. Zu künstlerisch, zu wenig greifbar und abgehoben scheint dieses Handwerk, und die sich in diesem Handwerk befindenden Menschen.

ASB befasst sich, wie der Name schon sagt, mit der Verbindung aus Atem, Stimme und Bewegung. Alle drei Komponenten stehen nicht alleine. Sie sind vernetzt. Ein Beispiel.: Wenn ich nach einer Vorlesung in der Uni in Physik aufstehe, fühlen sich meine Muskeln schlapp an, mein Körper schlief zwei Stunden in einer verharrenden Stellung. Wenn ich mich jetzt Strecke, ist es eine Befreiende Bewegung. Ich fühle mich danach munter und vital. Doch die Streckung alleine ist ja nur die Aktion, die eine Kette von weiteren Mechanismen. Ich atme tief ein. Belebe meine Lunge und tanke Sauerstoff, damit mein Blutkreislauf mit genug Energie versorgt wird. Diese Arbeitsabläufe hängen zusammen, sie sind nicht getrennt.

So muss man sich ASB vorstellen. Wir lernen, wie man die Stimme nutzt. Doch um dies zu lernen muss man begreifen, das die Stimme ganzkörperlich mit der Atmung und die Atmung mit der Bewegung Zusammenhängt. Das heißt wir probieren aus. Wir probieren also aus, alle verschiedenen Komponenten zu verwenden, mit einem Ziel: Irgendwann möchten wir mit unserer Gestik, unserer Sprache, Menschen bewegen und Emotionen bei den Zuschauern hervorholen.

Doch wie geht man da jetzt am Besten ran? Fängt man an zu Sprechen, lernt man Texte auswendig und übt sie mit dem Lehrer, bis man sie perfekt spricht, wie es die Leute von Schauspielstudenten immer erwarten? Jein. Besser gesagt, später.

Um all das zu erlernen müssen wir erst unseren Körper und unsere Stimme wahrnehmen. Im normalen Alltag beschäftigt man sich kaum damit, wie man spricht, wie man seine Stimme verwendet und welche Haltung man einem Menschen gegenüber einnimmt. Man merkt es erst wie wichtig die eigene Stimme ist, wenn man nicht sprechen kann, wenn man krank ist, oder eine Nacht durchgefeiert hat und keinen Ton mehr herausbekommt.

Durch meine Arbeit beschäftige ich mich sehr stark mit der Stimmbildung. Wie ein Ton an Resonanz gewinnt, wie er in einem Menschen etwas bewirkt und nicht ein leerer Hauch bleibt. Wir lernen also unseren Körper kennen.

Stimme ist Bewegung

Vielleicht noch besser Ausgedrückt: Stimme ist im allgegenwärtigen Fluss. Um eine schöne, starke und durch den Körper leitende Stimme zu haben muss sie "geschmeidig" sein, die Bewegungen daran  angeglichen werden. Der Schauspieler muss sich wahrnehmen, das heißt auch sein Gewicht wahr zu nehmen. Einerseits durch die schwere jedes Körperteils, das einen nach unten zieht. Andererseits jedoch auch durch den Willen und die Leichtigkeit zur Aufrichtung. Stimme zu generieren heißt ein ständiger Balanceakt und ständige Aufmerksamkeit für die eigene Bewegung. Denn diese Bewegung erst erzeugt den Ton.

Was ich heute herausgefunden habe

Jetzt kommen private Erlebnisse im Unterricht, die vielleicht nicht ganz nachvollziehbar und zeitlich korrekt erzählt sein können.

Wie oftmals war ich am Anfang des ASB-Unterrichts etwas demotiviert. Es fällt mir schwer mich in dieser großen Gruppe bei diesem Training fallen lassen zu können, auch weil der Lehrer eine gewisse Art an sich hat, die es einem besonders in den ersten paar Minuten nicht leicht macht. Dennoch ist er toll! Man kann super viel lernen und er versucht jedoch zu zeigen, was er meint. Auch, wenn er sich oft sehr abstrakt und kaum greifbar ausdrückt.

Wie die letzten Male hatte ich Probleme dabei, meinen Nacken bei einer Lösung (Info: Spannung - Lösung) komplett mit dem Körper führen zu können, sondern knickte ein. Das macht es im folgenden Verlauf schlecht möglich, klare und durch den Körper geleitete Töne zu erzeugen.

Die allgemeine Ausrichtung war besser als bei der Stunde davor. Ich hatte eine geradere und gespannter, jedoch nicht zu sehr angespannte Körperhaltung inne. Die habe ich bei der vorherigen Stunde bereits begriffen und konnte es wieder passabel, wenn auch mit kleineren Fehlern einsetzen.


So, das soll es erstmal für heute mit meinem ASB-Ausbildungstagebuch gewesen sein. Ich hoffe es hat mir ein wenig geholfen. Wenn ich dadurch auch gleich noch einen Blogeintrag habe und vielleicht dem ein, oder anderen die Schauspielerei näher bringen konnte, habe ich gleich zwei Klappe mit einer.. Nein der Spruch ging anders.

Liebe Grüße,
Flo

Freitag, 6. Januar 2017

Die Bienenbesitzer des Prenzlauer Bergs

Hey Leute!

Wie ihr bereits wisst wohne ich seit einigen Monaten in Berlin. Was ihr noch nicht wisst: Meine Mietverhältnisse sind zeitlich begrenzt. Heißt, ich wohne zur Untermiete. Die letzten drei Monate verbrachte ich in Weißensee zur Grenze - Prenzlauer Berg. Ein ruhiger Ort, den man bis vor die Haustür mit der Tram 12 erreiche konnte. Der Weg zur Schauspielschule und anderen Orten wie der Schaubühne war jedoch mit mehr Aufwand verbunden. Die 12er, dann U2, dann noch die U5, manchmal auch andere Linien.

Da die Tochter unserer Vermieterin von ihrem dreimonatigen Auslandsaufenthalt zurück kommt, brauchten wir also schnell eine neue Wohnung. Obwohl Weißensee ein ruhiger und entspannter Ort ist, war uns klar: Wir wollen näher an das Zentrum, näher an Menschen. Denn Weißensee ist verschlafen. Wir hatten noch das Glück mit der Straßenbahn unsere Ziel schnell zu erreichen. Nachts ab 12 am Wochenende ist dann jedoch Schluss. Der Bus zum CleverFit in Richtung Outback fährt am Wochenende garnicht. Eines kann ich euch sagen: Das nichts wartet.

Wir wollten aber nicht zu weit weg. Zum einen wird der Umzug (wir haben nicht viel, aber ich habe eine sperrige Matratze - später mehr) damit nur verkompliziert und zweitens fanden wir die Gegend von den Menschen her sehr interessant. Mit der U2 sind wir bis zur Station Eberswalder Straße gefahren. Ganz genau! Das ist Mitte-Prenzlauerberg. Also nicht Mitte, sondern die Mitte des Prenzlauerbergs. In Berlin wird es manchmal schon zur Kunst Ortsangaben auszudrücken.

Wo Weißensee'er etwas verschlafen sind, fängt die Spanne der authentischen Prenzlauer-Charaktere erst an. Vegan, Hip, vieler Kinder im Bezirk und industriell-rustikal eingerichtet. Der Prenzberger ist Up-To-Date und auf dem neuesten Stand. So meint er zumindest. Er schafft sich in seinem Viertel ein wohlfühl-Klima und hat einige besondere Hobbys und Angewohnheiten vergangener Jahrzehnte. Er sammelt Schallplatten. Schmückt sein Zimmer künstlerisch-minimalistisch - lässt trotzdem viel clean und weißen Raum zum Nachdenken. Ihm ist es wichtig eine Meinung zu haben. Zu was? Egal! Standpunkte werden hartnäckig vertreten und die Welt durch gutes Handeln gerettet.

An sich hat der Umzug von Weißensee hierher gut geklappt. Es waren auch nur knapp 3 Kilometer und wir hatten somit keinen weiten Weg. Übrigens kann ich hier mal ein wenig Werbung machen und den Fahrzeugverleih "Robben und Wientjes" an der Prenzlauer-Allee herzlich empfehlen! Von der angeblich schlechten Laune der Mitarbeiter habe ich nur wenig gespürt. Den Wagen bekamen wir schnell und die Mitarbeiter hatten Kompetenz - wenn sie mit dieser auch etwas arrogant umgegangen sind. Nein, ich weiß nicht was die nächste Größe, größer als ein Caddy ist. Muss ich auch nicht.

Doch wo sind wir jetzt eigentlich gelandet? Unsere Vermieter des Prenzlauer Bergs sind super! Wir können hier zwar nur ein knappes Monat wohnen (bis Anfang Februar), was ein großer Malus ist, jedoch wollten wir wegen den Menschen einziehen. Sie verkörpern das typische Prenzberger-Paar. Doch eine Sache haben sie, die nicht typisch ist. Eine Bienenzuchtstation und Honigertragsanlage. (Wen nur dieses Thema interessiert kann jetzt weiterlesen.)

In unserer Wand sind im Esszimmer Bienenstöcke implementiert. Und nein, es ist nicht so als wäre das nicht beabsichtigt gewesen. Die Bienen halten sich in ihren Kisten mit den Waben auf und können durch ein ausgetüfteltes Rohrsystem durch die Hauswand nach außen fliegen. Auf einem Teil der Dächer wurden im Prenzberg kleine Gärten angelegt, wodurch sie ihren Nektar gewinnen können.
Vom Esszimmer aus lassen sich die hinter der Wand befindenden Kisten einsehen, indem man die Schublade aus der Wand zieht. Unser Vermieter, Peter, öffnet diese vier Schubladen jeweils ein Mal im Monat um die Waben zu entleeren und Honig zu gewinnen. Das heißt auch: Er steht mit Imker-Schutz im Esszimmer. Als wir dabei waren sah es sehr ulkig aus.

Wie man sich vorstellen kann müssen die ganzen vollen Honiggläser, die oft an die anderen Hausbewohner bei einem Straßenverkauf, dessen Erlös an wohltätige Zwecke fliest, verkauft werden, irgendwo gelagert werden. In der Küche gibt es einen kleinen Vorhang hinter dem sich eine kleine Speisekammer befindet. Dort lagern momentan über 100 Gläser Honig.

Und ja, auch wenn es Anfang ein komisches Gefühl ist mit Bienen zusammenzuwohnen, schätze ich, wird man sich recht schnell einleben. Am Abend, wenn man sie in der Stille hören würde, sind wir sowieso nicht im Esszimmer und leeren muss ich die Honigwaben glücklicherweise auch nicht.

Dafür gibt es jeden Morgen ein leckeres Honigbrot!

Und mit diesem verabschiede ich mich heute von euch. Bis bald, hier oder bei einem neuen YouTube-Video. Flo

Sonntag, 1. Januar 2017

Willkommen 2017 - Ein Jahresrückblick

Jetzt war es heute um Mitternacht also wieder einmal soweit. Die Feuerwerksraketen läuteten mit lautem Krachen das neue Jahr ein. So wirklich gekracht hat am morgen danach aber eigentlich nur mein Kopf. Denn zum ersten mal habe ich an Silvester getrunken und eigentlich kaum etwas von dem Spektakel mitbekommen. Um ein wenig weiter auszuholen muss gesagt werden, dass ich dieses Jahr bis zu meinem Abi-Ball überhaupt nicht getrunken hatte. Paradox. Und jetzt trinke ich und das nicht einmal so selten. Diese neu gelernten Angewohnheiten sollte ich dann doch nochmal für meine Vorsätze 2017 überdenken. Da wären wir dann auch schon beim Punkt. Mein Vorsatz war es mir keine Vorsätze zu erschaffen. Keine Illusionen und Lichtgestalten heraufzubeschwören, bei deren Versagen ich mich schlecht fühle und an mir zweifle, obwohl schon von Anfang an klar war, sie nicht einhalten zu können und sich einem Wunschtraum hinzugeben.

Doch jetzt ertappe ich mich, wie ich mir doch den ein oder anderen Vorsatz erschaffe. Auf YouTube möchte ich gerne konstant Videos produzieren, produktiv möchte ich sein in Angesicht der ganzen auf mich zukommenden Arbeit im nächsten Jahr. - So viel kann ich schon einmal sagen, es wird stressig. Sport möchte ich machen. Durch mein Schauspielstudium mache ich an sich schon viel Sport. Aber es soll mehr sein. Immer mehr. Von allem. Ist das nicht immer so?

Das wir nicht mit dem zufrieden sind, was wir gerade haben, sondern immer weiter hinaus wollen? Ansicht ist das auch nicht schlecht, aber es ist ermüdend. Ermüdend für Körper und für den Geist. Wie schön wäre es sich einfach mal ausruhen zu können. An einer Stelle seines Lebens zu verharren und dort stehen zu bleiben, in dem Wissen, dass sich nichts mehr verändert. Ihr meint jetzt vielleicht das hört sich langweilig an. Für mich klingt es wie Melodie. Eine bereits vergessene, die nicht mehr gespielt werden kann, weil niemand sie mehr beherrscht. Stehen bleiben. An einer Stelle. Mit dem was man hat. Die Menschen um sich, die man liebt.

Aber so funktioniert das Leben nicht. Das Leben schenkt uns nichts außer den Tod. Und so müssen wir weitergehen. Immer weiter. Wenn wir stehen blieben, holte uns das Leben ein. Nimmt uns alles.

Ich blicke auf ein Jahr der Veränderung zurück. Ein Jahr, dass mir vieles genommen und neue Möglichkeiten geschenkt hat. Besonders gestern, als ich die anderen gesehen habe merkte ich, dass es mir die besten Freunde genommen hat, die ich mir nur vorstellen kann. Natürlich bleiben wir Freunde, natürlich sehen wir uns noch. Feiern zusammen Silvester. Aber es war kein normales Treffen. Es war ein schwelgen in Nostalgie, die so gefährlich ist. Denn wenn wir in sie fallen und uns verleiten lassen, sie Aufsaugen und uns in sie verlieben, dann nimmt sie uns die Zukunft und den so sehr benötigten Wandel. Nach dem Abi haben wir uns viel getroffen, viel gemacht. Wie hingen zusammen, wie Kletten. Und alle waren wir unruhig. Denn, wie wir an einem lauen Sommerabend auf einer Wiese feststellten, hatten wir Angst vor dem Neuen, dem Unbekannten.

Meine wohl größte Entscheidung habe ich dieses Jahr getroffen. Nach Berlin bin ich. Nicht wie vorher geplant nach Würzburg um Lehramt zu studieren. Ich mache jetzt Schauspiel. Wenn man das so überhaupt sagen kann, denn wo das alles hinführt weiß ich noch nicht. Stellt euch vor ihr studiert Philosophie. So muss man sich Schauspiel vorstellen, mit diesen Aussichten und.. noch viel schlimmer. Besonders dann, wenn man an einer privaten Schule studiert, wie es mein derzeitiger Stand ist. Manchmal schaue ich schon auf die damaligen Entscheidungen vor ein paar Monaten zurück. Hätte damals in Würzbug den Platz bei der musikalischen "Burschenschaft" bekommen, wäre ich heute nicht in Berlin. Andererseits gab es gut Gründe die mich zu dieser Entscheidung motiviert haben und dich ich mir immer vor Augen halte. Ich kann das machen, was ich liebe. Ich kann mir versuchen in dem Bereich etwas aufzubauen, der mich glücklich macht. Auch, wenn ich durch die Ausbildung die Schattenseiten des Schauspieltums kennenlerne.

Mein Abi stand damals ziemlich auf der Kippe, weil mir andere Dinge wichtiger waren. Mich interessierte es nicht wie ich eine Sinus-Kurve Ableiten kann und wahrscheinlich wollte ich es auch nur bedingt lernen. Weil ich musste. Wunderschön sind die Erinnerungen an meine Zeit am Schultheater. Als ich bei unserer letzten Vorstellung verlauten ließ, dass wir alles es hier vermissen werden, nicht mehr spielen zu können und im Namen meiner Gruppe sprach. Die Lehrer fragten sich einfach. "Ob Florian sein Abi schafft, mal schauen".

Aber ich habe es zuletzt gepackt und kann im Nachhinein sagen, dass es im Vergleich zur jetzigen Schwere des Lebens, meine bislang schönste Zeit war die ich verbringen durfte. Ich könnte jetzt also in meinem Jahresrückblick noch weiter auf die wunderschönen Zeiten zurückblicken, oder mir die Erinnerungen und den Geruch jeder Momente und Erlebnisse beibehalten um sie mit in das neue Jahr aufzunehmen und daran zu arbeiten, mir genau das, oder ähnliches, von Grund auf neu mit ein wenig Erfahrung aufzubauen.

Und damit wünsche ich euch einen guten Anfang ins neue Jahr. Und wie wir es bei Rogue One wieder hören durften: Hoffnung.

Montag, 26. Dezember 2016

Könige einer vergangen Zeit



So sei ein Tag wie tausend Nächte
und lasset uns leben wie die Könige einer vergangenen Zeit.
Hinaus um den Himmel zu bereisen
und die Wonne einer niegewordenen Muse zu berührern.
In anderen Formen gesehen durch einen Spiegel des eigenen Ichs streifte ich durch Wälder deren Existenz mir nicht geläufig waren.
Doch einmal gesehen kann ich den Anblick der goldenen Kronen
nicht aus meinen Geiste verbannen.
So waren es unsere Leben die sich kreuzten und die Liebe einer vernichtenden Gesellschaft.



Freitag, 23. Dezember 2016

Es ist so weit! Das erste Video ist online.


Hey Leute!

Heute gibt es mal wieder ein NewsUpdate zu meinem bereits besprochenen Projekt wieder YouTube Videos zu drehen. Heute habe ich das erste Video online stellen können. Ihr könnt mir glauben das war viel Arbeitsaufwand! Nicht nur das eine Video zu schneiden. Die Routine von Damals habe ich so zwar nicht behalten, jedoch konnte ich mich schnell wieder in mein neues Schnittprogramm einfinden.


Um mit einem neuen Kanal anzufangen muss viel gemacht werden. Da wäre das Konzept an sich. Zwar nimmt das nicht viel physische Arbeit in Anspruch, jedoch viel Denkarbeit. Einmal erstellt und gelauncht, kann es nicht mehr so einfach geändert werden. Natürlich müssen dann noch Sequenzen hergestellt werden, wie Intro, Kanalbanner und Bilder, um dem ganzen YouTube-Kanal das richtige Flair zu geben.



Jedenfalls war ich endlich soweit und heute ging es online. Es ist nach all der Arbeit ein tolles Gefühl
ein super Produkt herauszubekommen. Wenn ihr Lust habt, könnt ihr ja mal auf dem Kanal vorbeischauen. Ich bin mir sicher es lohnt sich!

Liebe Grüße, Flo! ☺️

PS.: Ja, Smileys machen die Welt ein bisschen besser.

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