Mittwoch, 5. Dezember 2018

Ein Beginn eines Stücks.



Personen: 3 Männer



Ferdinand
Konstantin
Benjamin


Wir sehen in einem CLOSE UP auf die friedlichen Straßen. In einer stillen Siedlung, die Häuser alle hellgoldrutengelb gestrichen, sofern man sich dies, wie all die Siedlungswohnenden, einzureden versucht und den Farbton nicht als grau-braun interpretiert, waren es, ohne dem Stück zu viel seiner Spannung nehmen zu wollen, drei Männer, die, ohne jegliche Vorsorge getroffen zu haben, im Haus in Reihe 2, der vielen, ins sichtlich Unnennbare laufenden Straßen, Nummer 3, der abermals hellgoldrutengelb gestrichenen Häuser, im höchsten Stock Nummer 14, für 666 Sekunden, einen Moment zu verweilen beliebten. SCHNITT AUF die drei Männer. TOTALE danach CLOSE UP. Konstantin, wie ein Wald groß und bewachsen mit schwingendem Wipfel und überragender Krone, war von seinem Bruder, dessen anliegen seit Anbeginn nur verschleiß war, vor Jahren schon um sein Erbe, des seit Generationen im Besitz liegenden Familienunternehmens, entbunden worden. Ferdinand als Vater immer bemüht um seinen dreijährigen Sohn, vermochte es nicht seine Frau zu halten, die abrutschte, und entfernt entschwand. Benjamin der wohl Jüngste, doch vom Aussehen kaum zu unterscheiden von den Übrigen, - ohnehin sind alle drei kaum voneinander zu unterscheiden, so mag es für den ein oder anderen Unwissenden, schlecht Sehend- oder Hörenden, schon schwer sein, die Geschlechtlichkeit differenziell zu betrachten - ging bereits im frühen Alter schon andere Wege, da er, trotz seines beliebigen Aussehens, mit einer einnehmenden, und allen auf ihn treffenden Menschen, Fragen aufwerfenden Aura, umhüllend beschenkt wurde.


Es beginnt


Dienstag, 17. Juli 2018

Oh Bois - Shit, that's the crazy people.



Nachts. 2 Uhr. Wir sitzen. Da. Haben schon einen langen Tag hinter uns. Haben schon einen langen Abend hinter uns. To be or not to be? Not to be - gerade ist alles zu viel. Alles ist allen zu viel. Die Realität gebrochen. Familie. Freunde. Liebe. Wenn die Realität bricht und man sieht, dass alles nichts sein kann und nichts wird, wie man glaubte dass es werden sollte. Wow. Deeper Shit. Das haben schon zu viele vorher gefühlt und zu viele nachher werden es noch schreiben. Jeder geht da durch. Dadurch wird's halt auch nicht interessanter für den Leser. Problem der Postdramatik. Gibt ja alles, gibt auch zu viele Menschen die das abermals wiederholen, was es schon lange vorher gab. Globalisierung lässt grüßen. Aber bei mir ist das anders. Was man von mir ließt lässt euch wachsen. Im wahrsten Sinne werden die Hormone angeregt, die Wallungen lassen euren Körper vibrieren und eure Psychohpysis reitet dahin in den Sonnenuntergang zu neuer Hoffnung. So seid ihr noch nie geritten. Sollte euch das zu viel sein, kann ich euch aber auch gerne beim bohren helfen.

Crazy. Funny. Laugh Deep Laugh. Ich bin dagegen. Voll dagegen. Gegen die Wand gerannt und hab das Haus verrückt. So einen richtigen Stoß bräuchte es, den ich auslösen müsste. Wir könnten eine Facebook-Veranstaltung erstellen und mal so richtig Terror. Sorry, nein, das geht nicht. Und mal so richtig Unruhe. Sorry, nein, das geht nicht. Und mal einfach dagegen sein. Also gegen das System. Rennen, rennen, rennen. Einfach dagegen. Einfach mal dagegen rennen. Gegen die Wand. Keine Ahnung ob die durchbricht. Vielleicht ist das ja auch alles nur Pappmaché wie die Palme in meinem Wohnzimmer. Habe letztens bei Ikea ein Bett aus Pappe gekauft. Alles recycelt, alles vegan. Ich dachte mir der kleine Paolo in Afrika hat auch nicht mehr als ein Stück Wellpappe. Da wollte ich meine Verbindung zeigen. Zumindest meine psychische.

Sobald ich schreibe zeige ich meine Gefühle und offenbare mich wurde mir gesagt. Aber das will ich nicht. Das ist mir alles zu viel. Konflikte interessieren mich nicht länger. Ich möchte eine Mauer bauen. Ich möchte mit all meinen Worten eine Mauer bauen, so hoch, dass es egal ist ob die Eisberge schmelzen werden, weil jeder Tropfen dahinter sowieso zurückgehalten werden kann. Da will ich dann bleiben. Hinter einem Wall. Nicht mehr brechen. Nichts mehr brechen.

Ein Gefühl, als würde man bei dem bloßem Gefühl von Freude alles erbrechen müssen. Sich selbst in die Schüssel ausbrechen. Und runterspülen. Dann muss man sich auch nicht mehr fühlen. Irgendeine Möglichkeit muss es doch geben um mal nicht bei sich zu sein. Sondern wo anders. Jemand anders. Sich selbst abstellen, für einen kleinen Augenblick um sich von sich selbst zu erholen.

Schlag. Schlag. Schlag. Schlag. Schlag. Schlag. Jetzt revolutionieren wir. Jetzt treten wir alles ein. Wir treten den Fernseher kaputt, wir zerschlagen unser Smartphone an der Tischkante. Wir zerreißen die Klamotten und verbrennen die Stofffetzen gemeinsam und zusammen auf dem Tisch. Wir reißen den Spiegel und die Garderobe von der Wand. Wir erheben den Schuhschrank und lassen ihn auf dem Laminat zerbrechen. Wir nehmen die Deko vom Schrank und verstreuen die Kieselsteine. Wir nehmen den Schrank und werfen ihn oben drüber. Wir nehmen ein Messer. Wir zerfetzen die Matratze und wühlen die Füllung heraus. Wir nehmen den Türstopper und schlagen das Fenster ein. Wir wollen zerstören. Zerstören ist immer so einfach. Wir brauchen ein paar Minuten. Aufbauen nicht. Das aufbauen ist nicht einfach und das wollen wir auch nicht mehr. Wenn wir alles zerstören sind wir sicher, dass niemand anderes es mehr zerstören kann.





Sonntag, 18. September 2016

Ein Zitat aus dem Film "Die Wand"

Ich bedauere die Tiere und ich bedauere die Menschen, weil sie ungefragt in dieses Leben geworfen werden.
Vielleicht sind die Menschen bedauernswerter, denn sie besitzen genau so viel Verstand, um sich gegen den natürlichen Ablauf der Dinge zu wehren.
Das hat sie böse und verzweifelt werden lassen – und wenig liebenswert. Dabei wäre es möglich gewesen anders zu leben.
Es gibt keine vernünftigere Regung als die Liebe. Sie macht dem Liebenden und dem Geliebten das Leben erträglich. 
Nur – wir hätten rechtzeitig erkennen sollen, dass dies unsere einzige Möglichkeit war, unsere einzige Hoffnung auf ein besseres Leben. Für ein unendliches Heer von Toten ist die einzige Möglichkeit des Menschen für immer vertan.
Immer wieder muss ich daran denken und kann nicht verstehen, warum wir den falschen Weg einschlagen mussten. Ich weiß nur, dass es zu spät ist. - Aus dem Film "Die Wand"

Donnerstag, 23. April 2015

Mia Diekow - Neben dir - Lyrics

Weil es weit und breit keinen Text im Internet gibt, habe ich mir mal die Mühe gemacht und ihn für euch aufgeschrieben. Der Aufbau ähnelt einer Gedichtform, liegt bei diesem tollen Text aber auch nicht gar nicht so fern.

Mia Diekow  -  Neben dir

Neben dir her
In deinem Schatten
von deiner Gunst
Hänge ich ab

Ich setz' mich zur Wehr
Gegen das was wir hatten
Ist keine Kunst
Und ich mach nicht mehr schlapp

Ich bin leicht und ich kann tanzen
Auf deiner Nase und überall
Ich bin leicht

Du bist sehr schön
Und strahlst wie ein Held
Manch kluger Gedanke
Streift deine Stirn

Mir dich abgewöhn'
Das kostet mich Geld
die Wirtschaft sagt danke
und ich in ihrem Zwirn adieu

Denn ich bin leicht und ich kann tanzen
Auf deiner Nase und überall
Ich bin leicht und ich kann tanzen
Auf den Dächern dieser Stadt
Ich bin leicht und ich kann tanzen
Mit deinen Freunden und überall
Ich bin leicht

Versuchs doch, Versuchs doch,
Tanz mit mir
Versuchs doch, Versuchs doch, 
Tanz mit mir

Zu einem Lied das noch immer keinen Rhythmus hat
Keine Worte, keinen Sinn
Auf verlorenen Wegen auf verbrannten Wegen
Keine Richtung kein Vorhin
Mit deinem Körper, der einfach keine Kraft mehr hat
Ohne Füße, ohne Flügel

Wie willst du tanzen?
Wie willst du fliegen?
Wie willst du tanzen?

Versuchs doch, versuch's doch,
Tanz mit mir!
Versuchs doch, versuch's doch,
Tanz mit mir!